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SrilaPrabhupadaVaniDas
 
21st-Jun-2007 07:12 pm - Das Geheimis Des Übermenschen
Friedrich Nietzsche stellte sich den Übermenschen als jemanden vor, der völlig selbstbeherrscht, furchtlos, einfach, geistig wach und selbstbewusst ist…und der nicht existiert. A.C.Bhaktivedanta Swami Prabhupada beschreibt in diesem Gespräch aber den wirklichen Übermenschen - wer sie sind und wie sie dazu geworden sind.

Hayagriva dasa: Friedrich Nietzsche war ein deutscher Philosoph und Dichter des letzten Jahrhunderts, der in der modernen Philosophie sehr einflussreich geworden ist. Schopenhauer sprach von dem „blinden Willen” des Individuums als dem grundlegenden Antrieb, der die Seele an das materielle Dasein bindet und sie somit von einem Körper zum anderen wandern lässt. Nietzsche sprach dem gegenüber von dem „Willen zur Macht”, der eine andere Art von Willen ist. Dieser Wille wird nicht gebraucht, um andere zu unterwerfen, sondern um das eigene niedere Selbst zu meistern. Ein Wille der sich durch Selbstbeherrschung und ein Interesse an Kunst und Philosophie gekennzeichnet. Die meisten Menschen sind auf ihre Mitmenschen neidisch, aber die Pflicht des erhabenen Menschen, des Philosophen, besteht darin, diesen Neid durch bloße Willenskraft zu überwinden.
Nietzsche sagte wörtlich: „Der Philosoph schüttelt mit einem Achselzucken viel Ungeziefer ab, das sich in andere tief eingefressen hätte”. Wenn der Philosoph sich von Abneigung und Neid freigemacht hat, kann er sogar seine Feinde mit einer Art christlicher Liebe umarmen.

Srila Prabhupada: Das wird spirituelle Kraft genannt. Neid ist ein Symptom des bedingten Lebens. Im Srimad Bhagavatam heißt es, dass ein Neuling, der die vedische Literatur verstehen möchte, nicht neidisch sein sollte. Jeder in der materiellen Welt ist neidisch. Die Menschen sind sogar auf Gott und Seine Unterweisungen neidisch. Folglich haben sie kein Interesse daran, Krishnas Unterweisungen zu befolgen.
Obwohl Krishna die Höchste Persönlichkeit Gottes ist und als solche von den Acaryas, den selbstverwirklichten Lehrer, anerkannt wird, gibt es nichtsdestoweniger törichte Menschen, Mudhas genannt, die Krishnas Unterweisungen entweder ablehnen oder versuchen, sie ins Gegenteil zu verkehren. Dieser Neid ist bezeichnend für bedingte Seelen. Solange wir nicht vom materiellen Leben befreit sind, wird uns die äußere, materielle Energie weiterhin in Verwirrung halten. Es ist nicht möglich, Neid und Stolz durch sogenannte Willenskraft zu entkommen, vielmehr müssen wir dazu die transzendentale Ebene, brahma-bhuta erreichen. In der Bhagavad gita [18.54] heißt es in diesem Zusammenhang: samah sarvesu bhutesu: Wer auf der transzendentalen Ebene verankert ist, ist in der Lage, jeden mit gleichen spirituellen Augen zu betrachten.
Hayagriva dasa: Denjenigen, der spirituelle Kraft besitzt, nennt Nietzsche den Übermenschen. Der Übermensch ist völlig selbstbeherrscht, fürchtet sich nicht vor dem Tod, ist einfach, geistig wach und selbstbewusst. Er ist so einflussreich, daß sich durch bloßen Kontakt mit ihm das Leben anderer verändern kann. Nietzsche bezeichnete nie irgendeine historische Person als Übermensch, und auch sich selbst sah er nicht als solchen an.
Srila Prabhapada: Wir betrachten den Guru als wirklichen Übermenschen, denn er wird wie Gott verehrt. Yasya prasadad bhagavat prasadah: „Durch die Barmherzigkeit des Übermenschen kann man mit der Höchsten Persönlichkeit Gottes in Berührung kommen.” Das gleiche wird von Caitanya Mahaprabhu bestätigt: guru krishna prasade paya bhakti-Iata-bhija. „Durch die Barmherzigkeit Krishnas und des Guru, des Übermenschen, erhält man Wissen über spirituelles Leben, so dass man nach Hause, zu Gott, zurückkehren kann.”

Sri Caitanya Mahaprabhu bat jeden, ein Guru, d.h. ein Übermensch, zu werden. Der Übermensch gibt das transzendentale Wissen genau gemäß der autorisierten Darstellung weiter, die er von seinem Lehrer empfangen hat. Dieses System wird Parampara oder Schülernachfolge genannt. Ein Übermensch reicht dieses höchste Wissen an einen anderen Übermenschen weiter, und letztlich war es Gott selbst, der das gleiche Wissen als erster verkündete.
Hayagriva dasa: In seinem Werk “Also sprach Zarathustra”, kommt Nietzsche zu der Schlussfolgerung, dass allen Menschen der Wunsch nach Macht innewohnt. An der Spitze dieser Hierarchie des Machtstrebens steht der Übermensch. Der Übermensch wäre somit jemand, der seine Leidenschaften bezwungen und alle guten Eigenschaften erlangt hat. Seine Handlungen sind kreativ, und er beneidet niemand anderen. Er ist sich stets bewusst, dass der Tod allgegenwärtig ist, und er ist anderen so weit überlegen, dass er beinahe wie Gott auf Erden ist.
Srila Prabhupada: Der wirkliche Übermensch wird im Sanskrit Swami oder Goswami genannt. Rupa Gosvami beschreibt ihn als jemanden, der seine Worte, seinen Verstand, den Zorn, die Zunge, den Magen und die Genitalien zu kontrollieren weiß. Dies sind die sechs Dränge, die einen Menschen zu sündhaften Handlungen treiben. Ein Gosvami ist in der Lage, diese Dränge insbesondere die Genitalien, den Magen und die Zunge, die sehr schwer zu beherrschen sind im Zaume zu halten. Bhaktivinoda Takura sagt, tara madhye jihva ati lobhamaya sudurmati: Der Drang der Zunge ist sehr stark, und zu ihrer Zufriedenstellung erfinden wir viele unnatürliche Nahrungsmittel. Unsinnige Gewohnheiten wie Rauchen, Trinken und Fleischessen sind aufgrund des Triebes der Zunge in die Gesellschaft eingedrungen. Eigentlich besteht keine Notwendigkeit für diese Dinge. Ein Mensch stirbt nicht, bloß weil er nicht rauchen, Fleisch essen oder Alkohol trinken kann; vielmehr kann er sich ohne diese Begierden zur höchsten Ebene erheben. Deshalb wird gesagt, dass jemand, der die Zunge kontrollieren kann, auch die Dränge der anderen Sinne beherrschen kann. Wer all seine Sinne angefangen mit der Zunge beherrscht, wird Goswami genannt oder, wie Nietzsche sagen würde, Übermensch. Aber das ist für einen gewöhnlichen Menschen unmöglich.
Hayagriva dasa: Nietzsche glaubte, dass jeder einen „Willen zur Macht” besitzt, dass die Schwachen aber vergebens nach Macht streben. Zum Beispiel versuchte Hitler aufgrund seines Willens zur Macht, so viel Land wie möglich zu erobern, aber letztlich war er erfolglos und brachte Unheil über sich selbst und über Deutschland.

Statt zu versuchen, sich selbst zu bezwingen, unternahm er den Versuch, andere zu bezwingen, und das ist ein Wille zur Macht, der fehlgeleitet oder falsch aufgefasst wurde.
Srila Prabhupada: Menschen wie Hitler sind nicht in der Lage, die Macht des Zorns zu beherrschen. Ein König oder Staatsoberhaupt muss den Zorn richtig anwenden. Narottama das Thakura sagt, wir sollten unsere Kräfte beherrschen und zu passenden Gelegenheiten zur Anwendung bringen. Wir müssen zornig werden, aber unser Zorn muss kontrolliert sein. Obwohl zum Beispiel Caitanya Mahaprabhu lehrte, dass wir stets unterwürfig sein sollten demütiger als das Gras und duldsamer als ein Baum wurde Er sehr zornig, als Er sah, dass Sein geliebter Geweihter Nityananda Prabhu durch Jagai und Madhai verletzt worden war.

Alles kann in rechter Weise im Dienst Krishnas benutzt werden, aber nicht zu persönlichen Zwecken. In der materiellen Welt ist zwar jeder auf Macht aus, aber der wahre Übermensch ist nicht auf Macht für sich selbst aus. Er selbst ist ein Bettelmönch, ein Sannyasi, der jedoch für den Dienst des Herrn ermächtigt wird. Ich zum Beispiel kam nicht nach Amerika, um zu materieller Macht zu gelangen, sondern um Krishna Bewusstsein zu verbreiten. Durch Krishnas Gnade wurden mir alle Möglichkeiten zur Verfügung gestellt, und nun bin ich, materiell gesehen, ziemlich mächtig geworden; aber diese Macht ist nicht zu meiner persönlichen Sinnenbefriedigung bestimmt, sondern zur Verbreitung des Krishna Bewusstseins. Macht im Dienste Krishnas ist also sehr wertvoll, wohingegen Macht zur eigenen Sinnenbefriedigung verurteilt wird.
Hayagriva dasa: Hitler verdrehte Nietzsches Philosophie, indem er behauptete, selbst der Übermensch zu sein, obwohl Nietzsche deutlich sagt, der Übermensch sei nicht darauf bedacht, andere zu unterwerfen, sondern seine eigenen Leidenschaften zu bezwingen. Solch ein Übermensch stehe jenseits von Gut und Böse und unterliege keinen materiellen Dualitäten.
Srila Prabhupada: Ja, weil der Übermensch im Interesse Gottes handelt, ist er transzendental. Zu Beginn der Bhagavad-gita, als Arjuna sich weigerte zu kämpfen, dachte er wie ein gewöhnlicher Mensch. Materiell gesehen ist Gewaltlosigkeit eine gute Eigenschaft. Arjuna verzieh seinen Feinden, obwohl sie ihn beleidigt hatten und seine Frau entführt und von seinem Königreich Besitz ergriffen hatten. Er vertrat den Standpunkt, daß es besser sei, sie sein Königreich genießen zu lassen „Ich werde nicht kämpfen.” Aus materieller Sicht erschien das sehr lobenswert, aber spirituell war es das nicht, denn Krishna wollte, dass er kämpfte. Schließlich führte Arjuna Krishnas Anweisung aus und kämpfte. Natürlich galt diese Art von Kampf nicht seiner persönlichen Bereicherung, sondern dem Dienst Krishnas. Indem Arjuna so seine Kraft für den Dienst des Herrn gebrauchte, wurde er zum Übermenschen.
Hayagriva dasa: In seinen Schriften über Religion bringt Nietzsche eine Abneigung gegenüber dem Nihilismus der Buddhisten und dem Kastensystem der Hindus zum Ausdruck, besonders wegen der schlechten Behandlung der Unberührbaren.
Srila Prabhupada: Das ist eine spätere Erfindung der Kasten Hindus. Die wahre vedische Religion spricht nicht von Unberührbaren. Caitanya Mahaprabhu z.B. akzeptierte sogenannte Unberührbare wie Haridasa Thakura, der in einer mohammedanischen Familie geboren war. Haridasa Thakura wurde von der Hindu Gesellschaft nicht akzeptiert, doch Caitanya Mahaprabhu wies persönlich darauf hin, dass er in höchstem Maße erhaben war. Haridasa Thakura betrat den Tempel Sri Jagannathas nicht, weil er keinen Aufruhr erregen wollte, aber Caitanya Mahaprabhu versäumte es keinen Tag, Haridasa zu besuchen. Es ist ein grundlegendes Prinzip vedischer Religion, dass man niemandem missgünstig gesinnt sein sollte. Krishna selbst sagt in der Bhagavad-gita [9.32]:

mam hi partha vyapasritya
ye ‘pi syuh papa yonayah
striyo vaisyas tatha sudras
te ‘pi yanti param gatim

„O Sohn Prithas, diejenigen, die bei Mir Zuflucht suchen, können, obwohl sie von niederer Geburt sein mögt wie Frauen, Vaisyas [Kaufleute] oder Sudras [Arbeiter] die höchste Bestimmung erreichen.”

Ein Gottgeweihter ist also trotz Geburt in einer niederen Familie geeignet, nach Hause, zu Gott, zurückzukehren. Die Sastras [Schriften] sprechen nicht von Unberührbaren. Jeder ist geeignet, Krishna Bewusstsein zu praktizieren und zu Gott zurückzukehren, vorausgesetzt, er besitzt die nötigen spirituellen Qualifikationen.
Hayagriva dasa: Nietzsche glaubte, durch die starke Betonung der Rückkehr zur transzendentalen Welt würde der Mensch dazu gebracht werden, unsere Welt zu hassen. Daher lehnte er persönlich alle formalen Religionen ab.
Srila Prabhupada: Es heißt, dass die materielle Welt ein Ort des Leidens, duhka-alaya ist. Wir wissen nicht, ob Nietzsche dies verwirklicht hat oder nicht, aber wenn man tatsächlich die Seele versteht, versteht man auch, dass die materielle Welt ein Ort des Leidens ist.

Die Seele, die ein Bestandteil Gottes ist, besitzt die gleichen Eigenschaften, die auch Gott besitzt. Gott ist sac-cid-ananda-vigraha, ewig, voller Wissen und voller Glückseligkeit, und die Lebewesen in der spirituellen Welt sind von gleicher Natur. Aber im materiellen Leben gibt es keine Ewigkeit, kein Wissen und keine Glückseligkeit. Es ist deshalb besser, wenn wir lernen, das materielle Dasein zu verabscheuen, und versuchen, es aufzugeben, pararam dristva nivartate. Die Veden geben uns die Anweisung, die spirituelle Welt zu verstehen und zu versuchen, dorthin zurückzukehren, tamaso ma jyotir gamaya. Die spirituelle Welt ist das Reich des Lichts, und die materielle Welt ist das Reich der Dunkelheit. Je früher wir lernen, die Welt der Dunkelheit zu meiden und zum Reich des Lichts zurückzukehren, desto besser.
Hayagriva dasa: Nietzsche wurde stark von den Griechen beeinflusst, und er war erstaunt, dass aus diesem relativ kleinen Volk so viele große Persönlichkeiten hervorgegangen waren. Er schrieb dies ihrem Kampf mit den niederen Trieben zu, und er glaubte, mit Hilfe geeigneter Maßnahmen könnten sogar heute Persönlichkeiten herangebildet werden, die alle anderen überträfen. Nietzsche glaubte, die Menschheit müsse ständig danach trachten, große Männer hervorzubringen dies und nichts anderes sei die Pflicht des Menschen.
Srila Prabhupada: Jeder versucht, ein großer Mann zu sein, aber Größe ist erst dann echt, wenn man Gott erkennt. Das Wort Veda bedeutet „Wissen”, und derjenige ist als große Persönlichkeit zu betrachten, der mit den Lehren der Veden vertraut ist. Der Gegenstand des Wissens ist, wie in der Bhagavad-gita beschrieben wird, Gott bzw. das Selbst. Es gibt verschiedene Methoden der Selbstverwirklichung. Weil aber jeder einzelne ein Teil Gottes ist, erreicht er durch Gotteserkenntnis automatisch Selbsterkenntnis. Gott wird mit der Sonne verglichen. Wenn die Sonne scheint, können wir alles deutlich sehen.

In ähnlicher Weise heißt es in den Veden: yasmin vijnate sarvam evam vijnatam bhavati. „Wer Gott versteht, kann auch alles andere verstehen.” Dann werden wir automatisch von Freude erfüllt, brahma bhutah prasannatma. Das Wort prasannatma bedeutet freudvoll.

Dann können wir sehen, daß alle genau wie wir selbst sind, samah sarvesu bhutesu, denn jeder ist ein Teil des Höchsten Herrn. An diesem Punkt beginnt der Dienst für den Herrn, und wir erreichen die Ebene von Wissen, Glückseligkeit und Ewigkeit.
Hayagriva dasa: Nietzsche legte besonderen Nachdruck auf die Feststellung, dass es bisher noch nie einen Übermenschen gegeben habe. Er schreibt: „Viel zu ähnlich sind sich die Menschen. Wahrlich, selbst die Größten fand ich allzu menschlich.” Ebenso wenig wird ein Übermensch im darwinistischen Sinne entstehen. Nietzsche hielt die Existenz eines Übermenschen für möglich, wenn die Menschen alle ihre spirituellen und materiellen Energien benutzten. Er schrieb: „Die Götter sind tot; es lebe der Übermensch!” Aber wie kann der Übermensch existieren, ohne seine spirituellen Energien auf ein Ziel auszurichten?
Srila Prabhupada: Wir werden Übermenschen, wenn wir uns im Dienst der Höchsten Person beschäftigen. Das Höchste Wesen ist eine Person, und auch der Übermensch ist eine Person. Nityo nityanam cetanas cetananam: „Gott ist das Oberhaupt aller Personen oder Lebewesen.”

Der Übermensch hat nichts anderes zu tun, als die Anweisungen des Höchsten Wesens auszuführen. Sri Krishna, Gott, möchte jeden zu einem Übermenschen machen. Daher sagt Er: sarva dharman parityajya mam ekam saranam vraja. “Gib alles auf, und ergib dich einfach Mir.” [Bg. 18.66]
Wenn wir diese Anweisung verstehen und befolgen, sind wir Übermenschen. Der gewöhnliche Mensch denkt: „Ich bin unabhängig und kann auf meinen eigenen Füßen stehen. Warum sollte ich mich also hingeben?” Sobald er jedoch versteht, dass es seine einzige Pflicht ist, sich Krishna hinzugeben, dass er keine andere Pflicht in der materiellen Welt hat, wird er ein Übermensch. Dieses Bewusstsein erlangt man nach vielen, vielen Geburten, bahunam janmanam ante. Nach vielen Leben, wenn man wirklich vollständiges Wissen von Krishna erlangt, ergibt man sich Ihm. Sobald man sich ergibt, wird man zum Übermenschen.
Hayagriva dasa: Nietzsche lehnte jegliche Abhängigkeit von irgend etwas außerhalb des Übermenschen selbst ab. Mit anderen Worten, er lehnte jede Art von Hilfe ab. Aber ist es nicht unmöglich für einen Menschen, sich unabhängig vom Höchsten Herrn zu dieser Ebene zu erheben?
Srlla Prabhupada: Natürlich, und deshalb sagt Krishna: „Sei abhängig von Mir.” Du musst abhängig sein, und wenn du nicht von Krishna abhängig bist, bist du gezwungen, dem Diktat Mayas, der Illusion, zu folgen. Es gibt viele Philosophen und Politiker, die von anderen abhängig sind oder von ihren eigenen launenhaften Ideen, aber wir sollten von den vollkommenen Unterweisungen Gottes abhängig sein. Tatsache ist, dass jedes Lebewesen abhängig ist; es kann nicht unabhängig sein. Wenn man sich freiwillig den Unterweisungen Gottes unterordnet, wird man ein wahrer Übermensch.
Hayagriva dasa: Nietzsches Übermensch scheint einem Hatha-Yogi zu gleichen, der sich aus eigener Kraft erhebt, scheinbar unabhängig von Gott.
Srila Prabhupada: Ja, scheinbar. Sobald ein Hatha-Yogi ein paar außergewöhnliche mystische Kräfte hat, denkt er, er sei Gott geworden. Dies ist ein weiterer Fehler, denn niemand kann Gott werden. Ein yogi mag durch Übung oder die Gunst des Herrn ein paar mystische Kräfte erlangen, aber diese Kräfte reichen nicht aus, um ihn Gott werden zu lassen. Viele Leute glauben, durch Meditation oder Hatha-Yoga sei es möglich, Gott gleich zu werden, aber das ist nur eine weitere Illusion, ein weiterer Aspekt von Mayas Diktat. Maya sagt immer: „Warum von Gott abhängig sein? Du kannst selbst Gott werden.”
Hayagriva dasa: Unabhängigkeit ist offenbar der Dreh und Angelpunkt von Nietzsches Philosophie. In gewissem Sinne gleicht sein Übermensch Hiranyakasipu, der ein enormes Maß an Bußen auf sich nahm, um Unsterblichkeit zu erlangen, und der die Halbgötter erzittern ließ, als sie seine Entsagungen sahen.
Srila Prabhupada: Ja, und letztlich wurde er vom Höchsten selbst überlistet. Es lohnt sich im Grunde genommen nicht, sich um materielle Macht und Herrschaft über andere zu bemühen. Wenn man ein hingegebener Diener Gottes wird, wird man automatisch ein Übermensch und bekommt viele aufrichtige Anhänger. Man muss sich nicht strengen Entsagungen unterziehen; man kann alles auf einen Streich erreichen. Hayagriva dasa: Und wie steht es mit Sinneskontrolle?
Srila Prabhupada: Wenn jemand ein Geweihter des Höchsten Herrn wird, kontrolliert er seine Sinne automatisch, aber er denkt niemals, er sei Gott geworden, d.h. der höchste Kontrollierende.
Hayagriva dasa: Noch ein letzter Punkt zum Thema Nietzsche. Er glaubte an etwas, das ewige Wiederkehr genannt wird d.h., nachdem dieses Universum zerstört worden ist, wird es nach vielen Äonen erneut entstehen.
Srila Prabhupada: In der Bhagavad-gita heißt es, bhutva bhutva praliyate: „Die materielle Welt wird zu einem bestimmten Zeitpunkt erschaffen, bleibt für eine gewisse Zeitspanne bestehen und wird dann wieder zerstört.” [Bg. 8.19]
Die materielle Welt ist für die bedingte Seele erschaffen worden, die hierher versetzt wurde, um ihre Stellung als ewiger Diener Gottes zu verstehen. Brahma, dem ersten erschaffenen Wesen im Universum, werden die vedischen Unterweisungen gegeben, und er gibt sie durch die Schülernachfolge weiter, die von Brahma zu Narada, von Narada zu Vyasadeva, von Vyasadeva zu Sukadeva Gosvami usw. herabkommt. Diese Unterweisungen ermahnen die bedingte Seele, nach Hause, zu Gott, zurückzukehren. Wenn die bedingte Seele diese Unterweisungen nicht befolgt, bleibt sie in der materiellen Welt, bis diese vernichtet wird. Von da an verbleibt sie in einem unbewussten Zustand, wie ein Kind im Mutterleib. Im Laufe der Zeit wird ihr Bewusstsein wiedererweckt, und sie wird erneut geboren. Auf jeden Fall ist jeder in der Lage, von den vedischen Unterweisungen Gebrauch zu machen, ein Übermensch zu werden und zu Gott zurückzukehren. Unglücklicherweise sind die bedingten Lebewesen der materiellen Welt so sehr verhaftet, dass sie nichts dagegen haben, immer wieder materielle Körper anzunehmen. Auf diese Weise wiederholt sich die Geschichte tatsächlich, und es finden wiederholt Schöpfung, Erhaltung und Vernichtung statt.
von Krishnakant, Editor Back to Prabhupada (BTP) magazine, ISKCONIRM - www.iskconirm.com


Rückblende - GBC MEETING 2005: ISKCON Deutschland begann das Jahr mit einer sehr düsteren Aussicht. Nach einem eilig einberufenen Treffen, welches von allen nationalen Ratsmitgliedern besucht wurde, zusammen mit dem glanzlosen GBC Mitglied, Ravindra Svarupa Das, wurde die Erklärung eines Ausnahmezustandes ausgesprochen.


„Den drohenden Verlust der drei einzigen deutschen Tempeln, dem Abentheuer Tempel, Goloka Dham, das zuhause von Radha-Madan Mohan, Srila Prabhupada’s ursprüngliche und einzige Deities in Deutschland, den Jandelsbrunn Tempel, Simhacalam, das zuhause der größten Bildgestalt in Europa, Lord Nrsimhadev, den Kölner Tempel, das zuhause der offiziellen Gaura-Nitai Bildgestalten in Deutschland.
Bitte verliert nicht euer Vertrauen in Srila Prabhupadas ISKCON Familie und den Repräsentanten, den GBC Mitgliedern“.
(Vorschlag an den GBC von Dina Sharana Devi Dasi)


Aber warum sollte es überhaupt dazu kommen die drei Tempel des deutschen Yatra zu verkaufen?


„Der Schuldenbetrag beläuft sich bis zum heutigen Tag auf eine Million Euro.“


Und wie gerieten die deutschen Devotees in solch ein finanzielles Debakel?


„…..indem sie vertrauensselig den früheren Autoritäten gefolgt sind….“


Wenn irgendeine Firma solch einen gewaltigen Schuldenberg anhäufen würde, wäre doch das erste was getan werden müsste, die Verantwortlichen für diese Misswirtschaft zu entlassen. Im nun folgenden wird es verständlicher, warum Ravindra Svarupa mehr als zufrieden war, Dina Sharana Devi Dasi’s Vorschlag zu begrüßen:


„Die Themen in M.Dina Sharana Devi Dasis Antrag behandeln nicht, Wer recht hat und Wer schuldig ist, Wer sich mit dem Geld bereichert hat und Wer dafür verantwortlich zu machen ist!“


So funktioniert es also wenn man sich aufgrund schlechter Führungsqualität wie in diesem Fall, Ravindra Svarupa und die korrupten unautorisierten Gurus, die er Deutschland über viele Jahre untergeschoben hat und er sich jetzt geschickt aus der Verantwortung nimmt.
Der Vorschlag welcher unterbreitet wurde und darauf abzielt das Geld innerhalb von zwei Jahren zusammen zu bekommen, richtet sich - wie sollte es anders sein - mit großen Bitten an jedermanns Loyalität und Zuneigung für Srila Prabhupada.


„Bitte zieht in Betracht: Es gibt keine ISKCON außerhalb der ISKCON und als getreue Nachfolger von Srila Prabhupadas Mission gibt es keine Frage Teil eines Problems zu sein, sondern einzig und allein Teil der Lösung zu sein. […]
Man hat jetzt einen gemeinsamen Anlass das Ziel zu erreichen Srila Prabhupadas Bewegung in Deutschland zu retten und die Bewegung davor zu bewahren zerstört zu werden. […] Nur eine ISKCON-weite Maßnahme der Solidarität kann bewirken uns aus dieser Schuldenfalle zu befreien und nur dann werden wir dazu in der Lage sein, „Srila Prabhupadas Vermächtnis“ weiter zu bewahren und die Berechtigung haben uns mit diesem Namen zu bezeichnen.“


Ist es nicht erstaunlich wie sich die gegenwärtige ISKCON nur dann darauf besinnt Srila Prabhupada zu gehören, wenn Geld benötigt wird? Wenn die falschen Gurus ein riesiges Durcheinander verursachen sind sie plötzlich mehr als gewillt zuzustimmen, dass die ISKCON eigentlich Srila Prabhupadas Bewegung, sein Vermächtnis ist, etc. Sobald jedoch die Gelder geregelt werden, ist ISKCON sofort wieder die Bewegung von achtzig im Wettstreit miteinander liegenden Gurus.

Wir stellen auch fest, dass der Finanzierungsplan keineswegs davon spricht, dass wir zusammen arbeiten um die deutschen Tempel für die Gurus zu retten, die doch diese Tempel als Rekrutierungsstellen für neue Verehrer benötigen, und dennoch ist dies seit 1978 der Sachverhalt, wofür genau diese Tempel verwendet wurden.
Seit diesem Datum wurde nicht ein einziger Schüler als ein Schüler für Srila Prabhupada aufgenommen. Wenn die deutschen Tempel gerettet wären und ein neuer Devotee wollte beitreten weil er glaubt dies sei wirklich Srila Prabhupadas Mission, und würde nun gerne Srila Prabhupada als seinen Guru akzeptieren - in Übereinstimmung mit Srila Prabhupadas unterzeichneten institutionellen Richtlinien - würde man solch einen Devotee rücksichtslos aus der Bewegung verjagen. Dies ist die Realität. In welchem Sinne ist dies dann Srila Prabhupadas Bewegung? So verzweifelt ist die Verfasserin des Finanzierungsplanes Srila Prabhupada zu benutzen, dass sie glaubt er wolle geradezu in ihren Plänen aufscheinen:


„Wäre Srila Prabhupada in diesem Moment direkt vor uns gegenwärtig, würden wir keine Sekunde zögern und würden sagen, „Ja, ich werde das Nötige veranlassen!“


Sie erwähnte jedoch nicht Ravindra Svarupa in ihrem Beispiel, obwohl er in diesem Meeting persönlich anwesend war. Offensichtlich war ihr mehr als klar, dass Ravindra Svarupa nicht dieselbe Kraft besitzt, um die gewünschte Zustimmung bei den versammelten Gemeindemitgliedern zu aktivieren. Dennoch erhebt Ravindra Svarupa den Anspruch der gegenwärtige Repräsentant der selben Schülernachfolge von Mahabhagavats ( jene die auf höchster Ebene spirituellen Fortschritts verankert sind) anzugehören, welche uns Srila Prabhupada offenbarte.

Wir sehen also dieselbe Lockvogel Methode welche im Leitartikel der BACK TO PRABHUPADA Ausgabe7 beschrieben wurde, wie ein roter Faden in allen Bereichen der heutigen ISKCON angewandt:

„Bitte rettet diesen Tempel für Srila Prabhupada.“

Aber wenn dann der Tempel gerettet ist, heisst es, „Srila Prabhupada ist jetzt tot, du kannst ihn nicht als spirituellen Meister haben, du musst dich an einen seiner Nachfolger wenden.“
Leser des BACK TO PRABHUPADA Magazins erinnern sich vielleicht, dass wir in der 2. Ausgabe den ehemaligen GBC und Guru von Deutschland, Harikes Das genauer unter die Lupe genommen haben, wie er die Bewegung mit einigen hunderttausend Dollar für immer verließ. Er kaufte sich mit dem Geld ein luxuriöses Heim an der französischen Riviera und hat es sich dort mit seiner Therapeutin gemütlich gemacht.
Ein anderes frühere Oberhaupt und einweihender Guru von Deutschland, der nun in Ungnade gefallene Prithu, hat wie in der Ausgabe BACK TO PRABHUPADA 6 berichtet wurde, auf sehr anschauliche Weise die missbräuchliche Natur eines falschen Gurus offenbart.
Sobald diese Gurus „davongetragen“ wurden, gab es nicht nur die offensichtlichen finanziellen Unregelmäßigkeiten von riesigen fehlenden Geldbeträgen, sondern auch den nicht unwichtigen Sachverhalt, dass die Schüler völlig verzweifelt und niedergeschlagen sich selbst überlassen wurden. Als zum Beispiel Prithu (hinterließ in Österreich einen Schuldenberg von 150.000.-€) erklärte, dass er nicht mehr den einfachen Prinzipien menschlichen Niveaus folgen würde (ganz zu schweigen denen eines befreiten Acaryas), musste der Wiener Tempel geschlossen werden, da all seine Schüler das Vertrauen in ISKCON über Bord warfen.
Wann immer ein ISKCON Guru in die moralische Verwerflichkeit hinabgleitet verursacht er eine Spur der Verwüstung in Form einer ernüchternden Gefolgschaft, deren Vertrauen ohne Aussicht auf Heilung völlig zerrüttet ist.
Gaudiya-Matha Gurus wie Narayana Maharaja nutzen dann die Gunst der Stunde und positionieren sich als Spirituelle Meister die niemals herunterfallen. Auf diese Weise umkreisen sie fortwährend die ISKCON und sammeln die desillusionierten Dissidenten für ihre eigenen rivalisierenden Missionen ein.

All diese Probleme haben ihre Ursache einzig und allein in dem unbewilligten Guru System welches gegenwärtig in der ISKCON zur Anwendung kommt.
Wie Srila Prabhupada erklärt:


„Im Caitanya Caritamrita (Antya 7.11) wird eindeutig darauf hingewiesen: krishna-shakti vina nahe tara pravartana: Ohne von Krishna ermächtigt zu sein kann man den Heiligen Namen des Herrn nicht auf der ganzen Welt predigen.“
(Srimad Bhagavatam 7.14.39, Erläuterung)


Die bevollmächtigte Persönlichkeit ist bereits hier – Srila Prabhupada – und man braucht keinen anderen miteinander rivalisierenden Gurus nachzufolgen.
4th-Jan-2007 08:56 pm - Die spirituelle Welt
ÜBERSETZUNG Srimad-Bhagavatam 2.6.20
Die spirituelle Welt, die aus drei Vierteln der Energie des Herrn besteht, liegt jenseits der materiellen Welt, und sie ist besonders für diejenigen bestimmt, die niemals wiedergeboren werden. Andere, die dem Familienleben verhaftet sind und nicht streng dem Gelübde des Zölibats folgen, müssen innerhalb der drei materiellen Welten leben.
ERLÄUTERUNG
Der Höhepunkt des Systems des Varnashrama-dharma (spirituelle Gesellschaftsordnung), des Sanatana-dharma (ewiges Wesen der Seele), wird in diesem Vers des Srimad Bhagavatam (Bhagavata-Purana) klar zum Ausdruck gebracht. Der höchste Segen, der einem Menschen zuteil werden kann, besteht darin, ihn zu schulen, sich vom Geschlechtsleben zu lösen; besonders deshalb, weil man nur der Geschlechtslust wegen das bedingte Leben des materiellen Daseins Geburt für Geburt fortsetzt. Eine menschliche Zivilisation, in der das Geschlechtsleben nicht beherrscht wird, ist eine viertklassige Zivilisation, denn in einer solchen Atmosphäre kann die in einen materiellen Körper eingekerkerte Seele keine Befreiung erlangen. Geburt, Tod, Alter und Krankheit beziehen sich auf den materiellen Körper, und sie haben nichts mit der spirituellen Seele zu tun. Doch solange die körperliche Anhaftung an sinnlichen Genuss gefördert wird, ist die individuelle spirituelle Seele gezwungen, die Wiederholung von Geburt und Tod aufgrund des materiellen Körpers fortzusetzen, der mit einem Kleidungsstück verglichen wird, das dem Gesetz des Zerfalls unterliegt.
Um den höchsten Nutzen des menschlichen Lebens zu gewähren, schult einem das Varnashrama System darin, vom Lebensstand des Brahmacari an das Gelöbnis des Zölibats abzulegen. Das Brahmacari Leben ist für Schüler bestimmt, die darin erzogen werden, streng das Gelübde des Zölibats einzuhalten. Junge Menschen, die noch keine starke Bindung zur Sexualität entwickelt haben, können ohne Schwierigkeiten das Gelöbnis des Zölibats befolgen, und wenn man einmal in diesem Lebensgrundsatz gefestigt ist, kann man sehr leicht bis zur höchsten Stufe der Vollkommenheit fortschreiten und so das Königreich der Dreiviertel Energie des Herrn erreichen. Es wurde bereits erklärt, dass es im Kosmos der Dreiviertel Energie des Herrn weder Tod noch Angst gibt; vielmehr ist man dort voll des glückseligen Lebens der Freude und des Wissens. Ein Haushäher, der am Familienleben hängt, kann ein Leben der Geschlechtslust sehr einfach überwinden, wenn er in den Grundsätzen des Brahmacari Lebens geschult wurde. Einem Familienmensch wird empfohlen, sein Heim am Ende des fünfzigsten Lebensjahres zu verlassen (pancasordhvam vanam vrajet) und im Wald zu leben; wenn er sich dann von der Zuneigung zur Familie völlig gelöst hat, kann er als Sannyasi in den Lebensstand der Entsagung eintreten und sich voll im Dienst des Herrn betätigen. Jede Form religiöser Grundsätze, die einem darin schult, das Gelöbnis des Zölibats einzuhalten, ist für den Menschen gut, denn nur diejenigen, die auf diese Weise geschult worden sind, können das erbärmliche Leben des materiellen Daseins beenden. Die Prinzipien des nirvana, wie Buddha sie empfahl, sind ebenfalls dafür gedacht, das erbärmliche Leben des materiellen Daseins zu beenden. Dieser Vorgang wird in seiner höchsten Form hier im Srimad Bhagavatam mit einer klaren Vorstellung idealer Vollkommenheit empfohlen, wenngleich im Grunde kein Unterschied zwischen dem Pfad der Buddhisten, dem der Nachfolger Sankaras und dem der Vaishnavas besteht. Um die höchste Stufe der Vollkommenheit zu erreichen, nämlich Freiheit von Geburt und Tod, Angst und Furchtsamkeit, erlaubt keines dieser Systeme dem Nachfolger, das Gelübde des Zölibats zu brechen.
Haushälter und Menschen, die das Gelöbnis des Zölibats bewusst gebrochen haben, können nicht in das Königreich der Unsterblichkeit eintreten. Die frommen Haushälter oder die gefallenen Yogis oder gefallenen Transzendentalisten können zu den höheren Planeten innerhalb der materiellen Welt erhoben werden (ein Viertel der Energie des Herrn), doch es wird ihnen nicht möglich sein, in das Königreich der Unsterblichkeit einzutreten. Abrihad-vratas sind diejenigen, die das Gelöbnis des Zölibats gebrochen haben. Die Vanaprasthas oder diejenigen, die sich vom Familienleben zurückgezogen haben, und die Sannyasis oder die entsagungsvollen Menschen dürfen das Gelübde des Zölibats nicht brechen, wenn sie ihr Leben zum Erfolg führen wollen. Die Brahmacaris, Vanaprasthas und Sannyasis haben nicht den Wunsch, wiedergeboren zu werden (apraja); ebenso ist es ihnen nicht gestattet, sich heimlich dem Geschlechtsleben zu ergeben. Wenn der Spiritualist der Verlockung des Geschlechtslebens zum Opfer fällt, mag er eine weitere Möglichkeit des menschlichen Lebens in den Familien gelehrter Brahmanas oder reicher Kaufleute bekommen, damit er sich weiter erheben kann, doch es ist das beste, die höchste Vollkommenheit der Unsterblichkeit zu erlangen, sobald man die menschliche Form des Lebens erhält; andernfalls wird sich das gesamte menschliche Leben als Fehlschlag erweisen. Sri Caitanya war in bezug auf die Einhaltung des Zölibats mit Seinen Anhängern sehr streng. Einer Seiner persönlichen Gefährten, Chota Haridasa, wurde von Ihm schwer bestraft, weil er das Gelöbnis des Zölibats nicht streng genug einhielt. Für einen Transzendentalisten, der zum Königreich jenseits der materiellen Leiden erhoben werden möchte, ist es daher schlimmer als Selbstmord, sich dem Geschlechtsleben zu ergeben, besonders im Lebensstand der Entsagung. Geschlechtsleben im Lebensstand der Entsagung ist die widernatürlichste Art religiösen Lebens, und solch ein irregeführter Mensch kann nur gerettet werden, wenn er das Glück hat, einem reinen Gottgeweihten zu begegnen.
28th-Nov-2006 10:30 am - Die Lehre der Veden
von A.C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada - www.iskconirm.com

Die Sanskritwurzel des Wortes Veda kann verschiedenartig ausgelegt werden, aber letztlich gibt es nur ein Ziel. Veda bedeutet Wissen. Alles Wissen, dem Sie sich aufschließen, ist Veda, denn die Lehren der Veden sind das ursprüngliche Wissen. In dem bedingten Zustand ist unser Wissen durch viele Unzulänglichkeiten beeinträchtigt.



Der Unterschied zwischen einer bedingten Seele und einer befreiten Seele besteht darin, dass die bedingte Seele vier Unvollkommenheiten unterworfen ist. Erstens einmal machen wir alle Fehler. In Indien beispielsweise wurde Mahātmā Gandhi als eine sehr große Persönlichkeit gefeiert, aber er beging sehr viele Fehler. Auch am Ende seines Lebens warnten ihn seine Mitarbeiter: .Mahatma Gandhi, gehe nicht zur Tagung nach Neu Delhi. Einige Freunde von uns haben gehört, dass Gefahr droht.. Aber er hörte nicht. Er bestand darauf zu gehen und wurde getötet. Sogar große Persönlichkeiten wie Mahātmā Gandhi, Präsident Kennedy (es gibt ihrer so viele), machen Fehler. Irren ist menschlich. Das ist die eine Unvollkommenheit der bedingten Seele. Eine weitere Unvollkommenheit: falsche Vorstellungen zu haben. Illusion bedeutet, etwas, was nicht ist, zu akzeptieren: Maya. Maya bedeutet das, was nicht ist. Jeder Mensch akzeptiert den Körper als das Selbst. Werden Sie gefragt, wer Sie sind, dann werden Sie sagen: Ich bin Herr Müller, ich bin ein reicher Mann. Ich bin dieses, und ich bin jenes. All das sind sich auf den Körper beziehende Identifikation. Aber Sie sind nicht dieser Körper. Das ist Illusion. Die dritte Unvollkommenheit ist der Betrugssinn. Alle Menschen betrügen ihre Nächsten. Auch wenn ein Mensch der größte Narr ist, tut er doch so, als sei er sehr intelligent. Obgleich schon gesagt wurde, dass der Mensch sich in der Illusion befindet und Fehler macht, wird er dennoch theoretisieren: Ich glaube, das ist so, und das ist so.. Aber der Mensch kennt noch nicht einmal seine eigene Position. Er schreibt Bücher der Philosophie, obgleich er unvollkommen ist. Darin besteht seine Krankheit. Das ist Betrug. Und letztlich sind unsere Sinne unvollkommen. Wir sind sehr stolz auf unsere Augen. Oft wird jemand herausfordernd sagen: .Kannst du mir Gott zeigen? Aber haben Sie denn die Augen, um Gott zu sehen? Sie werden nie sehen, wenn Sie nicht die geeigneten Augen haben. Wenn jetzt in diesem Augenblick das Zimmer dunkel wird, können Sie noch nicht einmal Ihre Hände sehen. Welche Sehkraft haben Sie also dann? Deshalb können wir nicht erwarten, dass uns Wissen (Veda) durch diese unvollkommenen Sinne zuteil wird. Mit all diesen Mängeln des bedinge Lebens sind wir nicht imstande, irgendjemandem vollkommenes Wissen zu übermitteln. Wir selbst sind ja nicht vollkommen. Deshalb akzeptieren wir die Veden so, wie sie sind. Sie werden vielleicht die Veden Hindu nennen, aber das Wort Hindu ist unzutreffend. Wir sind keine Hindus. Unsere wirkliche Identifikation ist varnasrama. Varnasrama sind diejenigen, die den Veden folgen und erkennen, dass die menschliche Gesellschaft in acht Gruppen des varna und asrama eingeteilt sind. Es gibt vier Unterteilungen in der Gesellschaft und vier im geistigen Leben. Das nennt man varnasrama. In der Bhagavad-gita wird gesagt: Diese Unterteilungen gibt es überall, weil sie von Gott geschaffen sind.
Die Unterteilungen sind folgende: brahmana, ksatriya, vaisya, sudra. Mit brahmana sind die wirklich intelligenten Menschen gemeint, diejenigen, die wissen, was das Brahman ist. Etwas weniger intelligent als die Brahmanen sind die ksatriyas denen die Verwaltung obliegt. Dann folgen die vaisyas, die Kaufleute. Diese ganz natürlichen Einteilungen findet man überall. Das alles wurzelt in den vedischen Prinzipien, die wir vorbehaltlos akzeptieren. Die vedischen Prinzipien sind axiomatische Wahrheit, denn die Möglichkeit irgendeines Fehlers ist ausgeschlossen. In Indien beispielsweise gilt der Dung der Kuh als rein, und doch ist der Dung der Kuh Kot eines Tieres. Einmal finden wir in den vedischen Unterweisungen, dass wir uns sofort waschen müssen, wenn wir Kot berührt haben. Und dann wiederum heißt es, dass der Dung der Kuh rein ist. Wenn man den Dung der Kuh an einen unreinen Ort bringt, dann wird dieser Ort rein. Jetzt werden Sie einwenden, dass das ein Widerspruch ist. Und vom gewöhnlichen Standpunkt aus betrachtet ist es auch ein Widerspruch, aber es ist tatsächlich so. Eine feststehende Tatsache. In Kalkutta analysierte einer der führenden Wissenschaftler und Ärzte den Dung der Kuh und stellte fest, dass er alle antiseptischen Eigenschaften enthält.
Wenn man in Indien zu jemandem sagt: Das musst du tun, so wird er entgegnen: Wieso? Steht das in den Veden, dass ich dir widerspruchslos folgen muss? Es ist nicht möglich, die vedischen Unterweisungen auszulegen. Aber wenn man letzten Endes genau nachforscht, warum es diese Unterweisungen gibt, - wird man feststellen, dass sie alle ihre Richtigkeit haben. Die Veden sind keine Zusammenstellung menschlichen Wissens. Das vedische Wissen hat seinen Ursprung in der transzendentalen Welt, in Krishna, dem Herrn. Die Veden werden auch sruti genannt. Mit sruti ist die Erkenntnis gemeint, die durch Hören erlangt wird. Es handelt sich nicht um spekulative Erkenntnis. Sruti, wird gesagt, sei wie die Mutter. Wir lernen sehr viel von unserer Mutter. Wenn wir, zum Beispiel, wissen wollen, wer unser Vater ist, wer kann uns das sagen? Unsere Mutter. Wenn die Mutter sagt: Hier ist dein Vater, dann müssen wir ihr glauben. Man kann unmöglich durch Experimente herausfinden, ob das nun tatsächlich unser Vater ist. Wenn Sie also etwas wissen wollen, was außerhalb Ihres Erfahrungsbereiches liegt, jenseits Ihres experimentellen Wissens, jenseits der Aktivität Ihrer Sinne, dann müssen Sie die Veden akzeptieren. Es lässt sich unmöglich experimentieren. Es ist schon experimentiert worden. Es steht schon alles fest. Was die Mutter uns in diesem Falle sagt, muss als Wahrheit akzeptiert werden. Es gibt keinen anderen Weg. Man nennt die Veden die Mutter und Brahmā den Großvater und Vorfahr, weil er der erste war, der im vedischen Wissen unterwiesen wurde. Das erste lebende Wesen war Brahma: Er empfing das vedische Wissen und gab es an Narada und andere Schüler und Söhne weiter, und sie wiederum gaben es an ihre Schüler weiter. Auf diese Weise kommt das vedische Wissen zu uns durch die Nachfolge der geistigen Meister. Auch in der Bhagavad-gita wird bestätigt, dass das vedische Wissen auf diese Weise zu verstehen ist. Wenn Sie sich mit experimenteller Erkenntnis abmühen wollen, dann kommen Sie zu derselben Schlußfolgerung, aber um Zeit zu sparen, sollten Sie das akzeptieren. Wenn Sie wissen wollen, wer Ihr Vater ist, und wenn Sie die Autorität der Mutter akzeptieren, dann kann das, was sie sagt, ohne Widerspruch entgegengenommen werden. Es gibt drei Arten der Beweisführung: prakyaksa, anumana und sabda. Prakyaksa bedeutet direkt. Direkter Beweis ist unzulänglich, weil unsere Sinne unvollkommen sind. Täglich sehen wir die Sonne, und uns erscheint sie so groß wie eine kleine Scheibe, aber in Wirklichkeit ist sie viel größer als viele andere Planeten. Welchen Wert hat dieses Sehen dann? Deshalb müssen wir Bücher lesen, um die Sonne verstehen zu können. Direkte Erfahrung also ist unvollkommen. Dann gibt es noch induktives Wissen: Es könnte so sein, Hypothese. Zum Beispiel besagt Darwins Theorie, es könnte so oder so sein, aber das ist keine Wissenschaft. Das ist eine Vermutung, und auch das ist unvollkommen. Aber wenn Sie das Wissen von der richtigen Instanz empfangen, dann ist dieses Wissen vollkommen. Wenn Sie ein Programmheft vom Rundfunk erhalten, dann zweifeln Sie es nicht an. Sie lehnen es nicht ab, und Sie brauchen auch nicht zu spekulieren, weil es von der zuständigen Instanz kommt.
Das vedische Wissen wird sabda-pramana genannt. Ein weiterer Name ist sruti. Sruti bedeutet, dass dieses Wissen durch das Ohr vernommen werden muh. Die Veden unterweisen uns, dass wir von den zuständigen Quellen hören müssen, um transzendentales Wissen zu verstehen.
Transzendentales Wissen ist Wissen, das aus dem Reiche kommt, das jenseits des Universums liegt. Innerhalb dieses Universums gibt es materielles Wissen, und jenseits dieses Universums gibt es transzendentales Wissen. Wir können noch nicht einmal ans Ende des Universums gelangen. Wie sollte es uns dann möglich sein, die transzendentale Welt zu erreichen? Deshalb ist es nicht möglich, auf diese Weise vollkommenes Wissen zu erlangen. Es gibt die transzendentale Welt. Es gibt eine andere Natur, die sich jenseits der Manifestation
und der Nicht-Manifestation befindet. Aber auf welche Weise werden Sie wissen, dass es tatsächlich ein Reich gibt, in dem die Planeten und deren Bewohner unvergänglich sind? Das Wissen darüber ist vorhanden, aber wie wollen Sie darüber spekulieren? Das ist unmöglich. Deshalb brauchen Sie die Hilfe der Veden. Dafür ist das vedische Wissen da. In unserer Bewegung des Krishna-Bewusstseins akzeptieren wir das Wissen von der höchsten zuständigen Instanz, Krishna. Krishna wird von Menschen verschiedener Geistesrichtungen als die höchste Instanz akzeptiert. Ich spreche jetzt von den zwei Arten der Transzendentalwissenschaftler.
Die einen nennt man Mayavada, Anhänger des Unpersönlichen. Gewöhnlich gelten sie als Vedantisten, die den Lehren Sankaracaryas folgen. Die anderen werden Vaishnavas genannt wie Ramanujacarya, Madhvacarya, Vishnuswami. Sowohl die Sankara-sampradaya als auch die Vaishnava-sampradaya haben Krishna als die höchste göttliche Person akzeptiert. Sankaracarya ist angeblich ein Maya-vadi, ein Anhänger des Unpersönlichen, der die Lehre vom Unpersönlichen, vom eigenschaftslosen Brahman verkündete, aber in Wirklichkeit bekennt er sich indirekt zum persönlichen Gott. In seinem Kommentar zur Bhagavad-g.tā schrieb er:
Narayana, die höchste göttliche Person, ist jenseits dieser kosmischen Manifestation. Und dann bestätigt er noch einmal: Jener höchste gestalthafte Gott, Narayana, ist Krishna. Er ist als der Sohn Devakis und Vasudevas erschienen. Sankaracarya hat ganz besonders die Namen von Krishnas Vater und Mutter hervorgehoben. Und so sind sich alle Transzendentalisten darüber einig, dass Krishna die höchste göttliche Person ist. Darüber gibt es keinen Zweifel. Unsere Erkenntnis im Krishna-Bewusstsein kommt direkt von Krishna, aus der Bhagavad-gita.
Wir haben die Bhagavad-gita so wie sie ist veröffentlicht, weil wir Krishnas Worte akzeptieren, so wie Er sie gesprochen hat, ohne sie auszulegen. Das versteht man unter vedischem Wissen. Wir akzeptieren das vedische Wissen als vollkommen. Das ist Krishna-Bewusstsein. Das spart viel Zeit. Wenn Sie die wirkliche Autorität, den Ursprung des Wissens akzeptieren, dann sparen Sie viel Zeit. Zum Beispiel gibt es drei Arten der Wissensforschung in der materiellen Welt, induktive und deduktive. Durch das Deduzieren akzeptieren wir, dass der Mensch sterblich ist. Unser Vater sagt, der Mensch ist sterblich. Unsere Schwester sagt, der Mensch ist sterblich, jeder sagt, der Mensch ist sterblich, und wir bezweifeln das nicht. Wir akzeptieren es als eine Tatsache. Der Mensch ist sterblich. Wenn wir herausfinden wollen, ob der Mensch wirklich sterblich ist, dann müssen wir jeden einzelnen Menschen untersuchen, und dann werden wir - anfangen zu glauben, dass es vielleicht einen Menschen gibt, der nicht zu sterben braucht. Auf diese Weise wird unsere Forschungsarbeit nie ihr Ende finden. Dieser Weg wird im Sanskrit aroha, der aufsteigende Weg genannt. Wenn wir durch eigene Bemühungen, durch unsere unvollkommenen Sinne Wissen erlangen wollen, dann werden wir nie zum Ziel gelangen. Das ist nicht möglich. In der Brahma-samhita steht, wir sollen uns einmal vorstellen, wir säßen in einem Flugzeug, das sich mit der Geschwindigkeit des Geistes fortbewegt. Unsere heutigen Flugzeuge fliegen vielleicht mit einer Geschwindigkeit von dreitausend Stundenkilometern. Wie groß ist aber dagegen die Geschwindigkeit des Geistes? Wenn wir zu Hause sitzen und an Indien denken, das vielleicht zehntausend Kilometer entfernt ist, dann ist Indien sofort bei uns. Unser Geist hat sich dort hinbegeben. Die Geschwindigkeit des Geistes ist enorm. Deshalb sagt man: Wenn wir uns mit dieser Geschwindigkeit Millionen Jahre fortbewegen, dann werden wir feststellen, dass die transzendentale Welt unbegrenzt ist. Es ist noch nicht einmal möglich, sich ihr zu nähern. Deshalb heißt es in der Unterweisung der Veden in diesem Zusammenhang wird das Wort obligatorisch. gebraucht, dass wir einen echten geistigen Meister, einen Guru, aufsuchen müssen. Und wodurch zeichnet sich nun ein spiritueller Meister aus? Er hat wirklich gehört, und zwar von denjenigen, denen das vedische Wissen in seiner ganzen Fülle zuteil geworden ist. Sonst kann er kein echter spiritueller Meister sein. Er muss fest im Brahman verankert sein. Das sind die Qualifikationen, auf die es ankommt. Diese Bewegung des Krishna-Bewußtseins gründet vollkommen in den vedischen Prinzipien. In der Bhagavad-gita sagt Krishna: Das eigentliche Ziel der vedischen Erkenntnis besteht darin, Krishna zu finden.. Auch in der Brahma-samhita wird gesagt: Krishna, Govinda, hat unzählige Formen, aber alle diese Formen sind eins.. Sie sind nicht wie unsere Formen, die unvollkommen sind. Seine Gestalt ist vollkommen. Unsere Gestalt hat einen Anfang, aber Seine Gestalt ist anfangslos. Sie ist ananta. Und Seine unzähligen Seinsgestalten haben kein Ende. Ich sitze jetzt hier und nicht in meiner Wohnung. Auch Sie sitzen hier und nicht in Ihrer Wohnung. Aber Krishna kann zur gleichen Zeit überall sein. Er kann in Goloka Vrindavana sein und zugleich ist Er überall, alldurchdringend. Er ist der Ursprung, der Älteste. Aber wenn wir uns ein Bild von Krishna anschauen, sehen Wir eine jugendliche Gestalt, fünfzehn bis zwanzig Jahre alt. Sie werden Ihn nie als alten Mann sehen. Sie haben vielleicht in der Bhagavad-gita Bilder von Krishna gesehen, als Wagenlenker. Damals war Er immerhin schon einhundert Jahre alt. Er hatte schon Urenkel, aber Er sah aus wie ein Jüngling. Krishna, Gott, wird niemals alt. Darin liegt Seine Allmacht. Wenn Sie Krishna durch das Studieren der vedischen Schriften finden wollen, dann werden Sie in Verwirrung geraten. Es ist zwar möglich, aber es ist sehr schwierig. Wir können Ihm aber sehr leicht durch die Gottgeweihten näherkommen. Ein Gottgeweihter kann Ihn zu uns bringen: Hier ist Er. Schließen Sie sich Ihm auf! Darin besteht die Kraft derjenigen, die ihr Leben Krishna geweiht haben. Ursprünglich gab es nur einen Veda, und es war nicht nötig, Ihn zu lesen. Die Menschen waren so intelligent und hatten solch gutes Erinnerungsvermögen, dass einmaliges Hören vom Munde des geistigen Meisters genügte, um ein wirkliches Verstehen in ihnen hervorzurufen. Sie verstanden sofort den ganzen Sinn. Aber vor fünftausend Jahren schrieb Vyasadeva die Veden für die Menschen dieses Zeitalters, des Kali-yugas, nieder. Er wusste, dass sich die Lebensdauer der Menschen verringern, dass ihr Erinnerungsvermögen sehr schlecht und dass auch ihre Intelligenz nicht mehr sehr groß sein würden. Lasst mich deshalb dieses vedische Wissen lehren, indem ich es niederschreibe. Er teilte es in vier Veden ein: Rg, Sama, Atharva und Yajus. Dann gab er diese Veden in die Obhut seiner verschiedenen Schüler. Er vergaß auch nicht die weniger intelligenten Menschen, stri, sudras und dvija-bandhu. Er dachte an die Frauen und an die sudras (Arbeiter) und an die dvija-bandhu. Dvija-bandhu sind diejenigen, die in vornehmen Familien geboren wurden, die aber nicht wirklich qualifiziert sind. Ein in einer Familie der Brahmanen geborener Mensch, der nicht die Qualifikationen eines Brahmanen hat, wird dvija-bandhu genannt. Für diese Menschen stellte das Mahabharata, das die Geschichte Indiens genannt wird, und die achtzehn Puranas zusammen. Das sind alle vedischen Schriften: Die Puranas, das Mahabharata, die vier Veden und die Upanisaden. Die Upanisaden sind ein Teil der Veden. Dann fasste Vyasadeva das gesamte vedische Wissen für Gelehrte und Philosophen in der Vedanta-sutra zusammen, in der das ganze vedische Wissen gipfelt. Vyasadeva schrieb unter Anweisung seines Guru Maharaj, seines geistigen Meisters, Narada, persönlich die Vedanta-sutra, aber immer noch nicht war er zufriedengestellt, auch nicht, nachdem er viele Puranas und Upanisaden zusammengestellt hatte. Das ist eine lange Geschichte, die im Srimad-Bhagavatam beschrieben wird. Narada, sein geistiger Meister, unterwies ihn: Erkläre den Vedanta.. Vedanta bedeutet allerletzte Erkenntnis, und die allerletzte Erkenntnis ist Krishna. Krishna sagt, dass man Ihn durch die Veden verstehen muss. Vedanta-krid veda-vid eva caham. Krishna sagt: .Ich bin der Verfasser des Vedanta, und Ich bin der Kenner der Veden. Deshalb ist das endgültige Ziel Krishna. Das wird in allen Kommentaren der Vaishnavas zur Vedanta-Philosophie gesagt. Wir Gaudiya-Vaishnavas haben den Govinda-bhasya genannten Kommentar zur Vedanta-Philosophie von Baladeva Vidyabhusana. Ebenso haben auch Ramanujacarya und Madhvacarya ihre Kommentare. Sankaracaryas Fassung ist nicht der einzige Kommentar. Es gibt viele Kommentare zum Vedanta, aber weil die Vaishnavas nicht den ersten Vedanta-Kommentar herausgebracht haben, glauben die Menschen fälschlicherweise, dass Sankaracaryas Kommentar der einzige ist. Außerdem hat Vyasadeva den vollkommensten Kommentar zum Vedanta geschrieben, nämlich das Srimad-Bhagavatam. Auch das Srimad-Bhagavatam beginnt mit den ersten Worten der Vedanta-sutra: janmadyasya yata.. Und dieses janmadyasya yata. Wird eingehend im Srimad-Bhagavatam erklärt. Die Vedanta-sutra deutet nur an, was das Brahman, was die Absolute Wahrheit ist: Die Absolute Wahrheit ist das, von dem alles ausgeht. Das gibt einen Gesamtüberblick, aber im Srimad-Bhagavatam wird es in allen Einzelheiten erklärt. Wenn alles von der Absoluten Wahrheit ausgeht - was ist dann das Wesen der Absoluten Wahrheit? All das wird im Srimad-Bhagavatam erklärt. Die Absolute Wahrheit muss bewusst sein. Svarat. Er leuchtet aus Sich Selbst heraus. Unser Bewusstsein und unsere Erkenntnis wachsen durch das Wissen, das wir von anderen erhalten, aber Er leuchtet aus Sich Selbst heraus. Die ganze Essenz des vedischen Wissens ist die Vedanta-sutra, und die Vedanta-sutra wird vom Verfasser im Srimad-Bhagavatam erklärt. Zum Schluss bitten wir diejenigen, die nach vedischer Erkenntnis streben, zu versuchen, die Erklärung allen Wissens durch das Srimad-Bhagavatam und die Bhagavad-gita zu verstehen.
24th-Nov-2006 07:55 am - Bhagavad-gita
Eigentlich das ABC, die Grundlage und Einführung in das spirituelle Leben. Wer bin ich, woher komm ich wohin geh ich nach diesem Leben? Fragen die oft gestellt aber nie wirklich zufriedenstellend beantortet werden. Zum Beispiel, was ist die Seele, wird oft auf die verschiedenste Weise interpretiert: Die Seele ist ein Energie Schnipsel, Gott selbst, das Universum, etc. Alles Beschreibungen die eigentlich nicht in der Bhagavad-gita so zu finden sind. Hier ein paar einführende Textstellen:


na jayate mriyate va kadacin
nayam bhutva bhavita va na bhuyah
ajo nityah sasvato' yam purano
na hanyate hanyamane sarire

Für die Seele gibt es weder Geburt noch Tod. Auch hört
sie, da sie einmal war, niemals auf zu sein. Sie ist
ungeboren, ewig, immerwährend, unsterblich und
urerst. Sie wird nicht getötet, wenn der Körper
erschlagen wird.

ERLÄUTERUNG
Der Qualität nach ist der winzige fragmentarische Teil des
Höchsten Spirituellen Wesens mit dem Höchsten eins. Er
unterliegt keinem Wandel wie der Körper. Manchmal wird
die Seele als "die Beständige" oder kutastha bezeichnet.
Der Körper unterliegt sechs Arten von Wandlungen: Er
wird in der Gebärmutter des mütterlichen Körpers geboren,
bleibt dort einige Zeit, wächst heran, zeugt Nachkommen,
verfällt allmählich und gerät schließlich in Vergessenheit.
Die Seele aber durchläuft nicht solche Wandlungen. Die
Seele selbst wird nicht geboren, aber weil sie einen
materiellen Körper annimmt, wird der Körper geboren. Die
Seele wird nicht geboren, und die Seele stirbt nicht. Alles,
was geboren wird, muss sterben. Und da die Seele nie
geboren wurde, kennt sie weder Vergangenheit noch
Gegenwart, noch Zukunft. Sie ist ewig, immerwährend und
urerst - das heißt, es gibt in der Geschichte keine Spur ihrer
Entstehung. Unter dem Einfluss der körperlichen
Vorstellung suchen wir nach dem Zeitpunkt der Geburt
usw. der Seele. Die Seele wird zu keiner Zeit alt, wie es der
Körper wird. Daher fühlt der sogenannte alte Mann, dass er
der gleiche ist wie in seiner Kindheit oder Jugend. Die
Wandlungen des Körpers beeinflussen nicht die Seele. Die
Seele unterliegt nicht dem Zerfall wie ein Baum oder etwas
anderes Materielles. Die Seele hat auch keine
Nachkommen. Die Nebenprodukte des Körpers, nämlich
Kinder, sind ebenfalls verschiedene individuelle Seelen,
und nur im Hinblick auf den Körper erscheinen sie als
Kinder eines bestimmten Mannes. Der Körper entwickelt
sich, weil die Seele anwesend ist; aber weder hat die Seele
Abkömmlinge, noch unterliegt sie dem Wandel. Folglich ist
die Seele von den sechs Wandlungen des Körpers frei.
Auch in der Katha Upanisad (1.2.18) finden wir einen
ähnlichen Abschnitt, in dem es heißt:

na jayate mriyate va vipascin
nayam kutascin na vibhuva kascit
ajo nityah sasvato 'yam purano
na hanyate hanyamane sarire

Die Aussage und Bedeutung dieses Verses ist die gleiche
wie in der Bhagavad-gita, aber hier in diesem Vers gibt es
ein besonderes Wort, nämlich vipascit, was soviel bedeutet
wie "gelehrt" oder "mit Wissen".
Die Seele ist voll Wissen oder immer von Bewusstsein
erfüllt. Daher ist Bewusstsein das Merkmal der Seele. Selbst
wenn man die Seele nicht im Herzen findet, wo sie sich
aufhält, kann man die Gegenwart der Seele einfach durch
die Anwesenheit von Bewusstsein verstehen. Manchmal
finden wir die Sonne am Himmel nicht, weil sich Wolken
davor geschoben haben oder aus irgendeinem anderen
Grund, aber das Licht der Sonne ist immer da, und wir sind
überzeugt, dass es deshalb Tag ist. Sobald frühmorgens ein
wenig Licht am Himmel ist, können wir verstehen, dass die
Sonne am Himmel steht. In ähnlicher Weise können wir
auch die Gegenwart der Seele verstehen, da in allen
Körpern - ob Mensch oder Tier - Bewusstsein vorhanden ist.
Dieses Bewusstsein der Seele unterscheidet sich jedoch vom
Bewusstsein des Höchsten, da das höchste Bewusstsein
Allwissen ist - es umfasst Vergangenheit, Gegenwart und
Zukunft. Das Bewusstsein der individuellen Seele neigt
dazu, vergesslich zu sein. Wenn sie ihre wahre Natur
vergisst, empfängt sie aus den erhabenen Lehren Krishnas
Erziehung und Erleuchtung. Aber Krishna ist nicht mit der
vergesslichen Seele zu vergleichen. Wenn dem so wäre,
würden Seine Lehren in der Bhagavad-gita nutzlos sein. Es
gibt zwei Arten von Seelen. die winzig kleine Seele (anu-atma)
und die Überseele (vibhu-atma). Dies wird auch in
der Katha Upanisad (1.2.20) wie folgt bestätigt:

anor aniyan mahato mahiyan
atmasya jantor nihito guhayam
tam akratuh pasyati vita-soko
dhatuh prasadan mahimanam atmanah

"Sowohl die Überseele [Paramatma] als auch die winzig
kleine Seele [jivatma] sitzen auf dem gleichen Baum des
Körpers, im gleichen Herzen des Lebewesens, und nur
jemand, der von allen materiellen Wünschen und Klagen
frei geworden ist, kann durch die Gnade des Höchsten die
Herrlichkeit der Seele verstehen."
Krishna ist auch der Ursprung der Überseele, wie in den
folgenden Kapiteln enthüllt werden wird, und Arjuna ist die
winzig kleine Seele, die ihre wahre Natur vergessen hat und
daher von Krishna oder Seinem echten Vertreter (dem
spirituellen Meister) erleuchtet werden muss.


dehino'smin yatha dehe
kaumaram yauvanam jara
tatha dehantara-praptir
dhiras tatra na muhyati

So wie die verkörperte Seele in diesem Körper
fortgesetzt von Knabenzeit zu Jugend und zu Alter
wandert, so geht die Seele beim Tod in ähnlicher Weise
in einen anderen Körper ein. Die selbstverwirklichte
Seele ist durch einen solchen Wechsel nicht verwirrt.

ERLÄUTERUNG
Da jedes Lebewesen eine individuelle Seele ist, wechselt es
seinen Körper in jedem Augenblick und manifestiert sich
so manchmal als Kind, manchmal als Jugendlicher und
manchmal als alter Mann. Dennoch handelt es sich um die
gleiche spirituelle Seele, die sich nicht wandelt. Diese
individuelle Seele wechselt den Körper zum Zeitpunkt des
Todes endgültig und geht in einen anderen Körper ein, und
da sie mit Sicherheit bei der nächsten Geburt einen anderen
Körper bekommt - entweder einen materiellen oder einen
spirituellen -, gab es für Arjuna keinen Grund, den Tod zu
beklagen, auch den Bhismas oder Dronas nicht, um die er
sich so sorgte. Vielmehr sollte er sich freuen, daß sie ihre
alten Körper gegen neue eintauschen und so ihre Energie
erneuern würden. Solche Körperwechsel bedeuten eine
Vielfalt von Freuden oder Leiden, die sich je nach der
Handlungsweise im Leben richten. Da Bhisma und Drona
edle Seelen waren, wurden sie in ihrem nächsten Leben mit
Gewißheit entweder spirituelle Körper oder zumindest ein
Leben in himmlischen Körpern erhalten, in denen ein
höherer Genuß des materiellen Daseins möglich wäre. In
beiden Fällen gab es also keinen Grund zu klagen.
Jeder Mensch, der über vollkommenes Wissen von der
Beschaffenheit der individuellen Seele, der Überseele und
der Natur - der materiellen wie auch der spirituellen -
verfügt, wird als dhira oder ein überaus besonnener
Mensch bezeichnet. Ein solcher Mensch läßt sich niemals
durch den Wechsel von Körpern täuschen. Die Mayavadha-
Theorie des Einsseins der spirituellen Seele kann nicht
damit begründet werden, daß die Seele nicht in
fragmentarische Teile zerlegt werden kann und daß ein
solches Zerlegen in verschiedene individuelle Seelen den
Höchsten teilbar und wandelbar machen würde, was dem
Prinzip widerspräche, daß die Höchste Seele unwandelbar
ist.
Wie in der Gita bestätigt wird, bestehen die
fragmentarischen Teile des Höchsten ewig (sanatana) und
werden ksara genannt, was bedeutet, daß sie die Neigung
haben, in die materielle Natur zu fallen. Diese
fragmentarischen Teile sind ewig so beschaffen, und selbst
nach der Befreiung bleibt die individuelle Seele der gleiche
fragmentarische Teil. Aber einmal befreit, lebt sie zusammen
mit dem Herrn, der Persönlichkeit Gottes, ein
ewiges Leben in Glückseligkeit und Wissen. Am Beispiel
der Spiegelung kann man die Überseele verstehen, die in
jedem einzelnen individuellen Körper anwesend ist und die
man als Paramatma kennt, der vom individuellen
Lebewesen verschieden ist. Wenn der Himmel im Wasser
gespiegelt wird, repräsentieren die Spiegelungen sowohl
die Sonne und den Mond als auch die Sterne. Die Sterne
können mit den Lebewesen verglichen werden und die
Sonne oder der Mond mit dem Höchsten Herrn. Die
individuelle, fragmentarische Seele wird von Arjuna
repräsentiert, und die Höchste Seele ist die Persönlichkeit
Gottes, Sri Krishna. Sie befinden sich nicht auf der gleichen
Ebene, wie zu Beginn des Vierten Kapitels deutlich werden
wird. Wenn sich Arjuna auf der gleichen Ebene wie Krishna
befindet und Krishna nicht über Arjuna steht, dann wird ihre
Beziehung als Lehrer und Schüler bedeutungslos. Wenn
beide von der illusionierenden Energie (maya) getäuscht
sind, ist es nicht notwendig, daß der eine Lehrer und der
andere Schüler ist. Solche Unterweisungen wären nutzlos,
da niemand in der Gewalt mayas ein maßgebender Lehrer
sein kann. Hier jedoch wird Sri Krishna als der Höchste Herr
anerkannt, der Sich in einer höheren Stellung befindet als
das Lebewesen, Arjuna, der eine von maya irregeführte,
vergeßliche Seele ist.


avinasi tu tad viddhi
yena sarvam idam tatam
vinasam avyayasyasya
na kascit kartum arhati

Wisse, das was den gesamten Körper durchdringt, ist
unzerstörbar. Niemand ist imstande, die unvergängliche
Seele zu zerstören.

ERLÄUTERUNG
Dieser Vers erklärt noch deutlicher das wirkliche Wesen
der Seele, das über den gesamten Körper verbreitet ist.
Jeder kann verstehen, was über den ganzen Körper
verbreitet ist: es ist Bewußtsein. Jeder ist sich der
Schmerzen und Freuden bewußt, die entweder in einem
Teil des Körpers oder im gesamten Körper empfunden
werden. Diese Verbreitung von Bewußtsein beschränkt sich
auf den eigenen Körper. Die Schmerzen und Freuden des
einen Körpers sind einem anderen unbekannt. Daher ist
jeder einzelne Körper die Verkörperung einer individuellen
Seele, und das Symptom für die Anwesenheit der Seele
wird als individuelles Bewußtsein erfahren. Diese Seele
wird als so groß wie der zehntausendste Teil einer
Haarspitze beschrieben. Die Svetasvatara Upanisad (5.9)
bestätigt dies wie folgt:

balagra-sata-bhagasya satadha kalpitasya ca
bhago jivah sa vijñeyah sa canantyaya kalpate

"Wenn eine Haarspitze in hundert Teile und jedes dieser
Teile in weitere hundert Teile zerlegt wird, dann entspricht
eines dieser Teile der Größe der Seele."
Im Bhagavatam wird diese Tatsache in ähnlicher Weise
erklärt:
kesagra-sata-bhagasya satamsah sadrisatmakah
jivah suksma-svarupo'yam sankhyatito hi cit-kanah

"Es gibt unzählige Partikel von spirituellen Atomen, und
jedes von ihnen ist so groß wie der zehntausendste Teil
einer Haarspitze."
Hiernach ist das individuelle Partikel, das eine spirituelle
Seele darstellt, ein spirituelles Atom, das kleiner ist als die
materiellen Atome, und solche Atome sind unzählbar.
Dieser sehr kleine spirituelle Funken bildet das
Grundprinzip des materiellen Körpers, und der Einfluss
eines solchen spirituellen Funkens ist über den ganzen
Körper verbreitet, ebenso wie sich der Einfluss des aktiven
Prinzips eines Medikaments im gesamten Körper verbreitet.
Diese Ausbreitung der Seele wird überall im Körper als
Bewusstsein verspürt, und das ist der Beweis für die
Gegenwart der Seele. Jeder Laie kann verstehen, dass der
materielle Körper ohne Bewusstsein ein toter Körper ist und
dass dieses Bewusstsein im Körper durch keine materielle
Bemühung wiederbelebt werden kann. Bewusstsein ist
daher auf keinerlei Menge materieller Verbindungen
zurückzuführen, sondern auf die spirituelle Seele. In der
Mundaka Upanisad (3.1.9) wird weiter erklärt, wie man die
atomische spirituelle Seele misst.

eso 'nuratma cetasa veditavyo
yasmin pranah pañcadha samvivesa
pranais cittam sarvam otam prajanam
yasmin viuddhe vibhavaty esa atma

"Die Seele ist atomisch klein und kann durch vollkommene
Intelligenz wahrgenommen werden. Diese atomische Seele
schwebt in den fünf Luftarten prana, apana, vyana,
samana und udana, befindet sich im Herzen und verbreitet
ihren Einfluss über den gesamten Körper des verkörperten
Lebewesens. Wenn die Seele von der Verunreinigung
durch die fünf Arten materieller Luft geläutert ist, entfaltet
sich ihr spiritueller Einfluss."
Das hatha-yoga-System ist dazu gedacht, die fünf
Luftarten, die die reine Seele umkreisen, durch
verschiedene Sitzstellungen zu meistern - nicht um
irgendeines materiellen Gewinns willen, sondern um die
winzige Seele aus der Verstrickung in die materielle
Atmosphäre zu befreien.
Das Wesen der winzigen Seele wird also in allen vedischen
Schriften anerkannt und in der praktischen Erfahrung jedes
geistig gesunden Menschen tatsächlich empfunden. Nur ein
Geistesgestörter kann glauben, die winzig kleine Seele sei
das alldurchdringende vishnu-tattva.
Der Einfluß der winzigen Seele kann vollständig über einen
bestimmten Körper verbreitet werden. Wie es in der
Mundaka Upanisad heißt, befindet sich die atomische Seele
im Herzen des Lebewesens, und da die Messung der
atomischen Seele jenseits der Reichweite der materiellen
Wissenschaftler liegt, behaupten einige von ihnen
törichterweise, es gebe keine Seele. Es besteht kein Zweifel
darüber, daß die individuelle winzige Seele zusammen mit
der Überseele im Herzen weilt, und daher kommen alle
Energien, die zur Bewegung des Körpers benötigt werden,
aus diesem Teil des Körpers. Die roten Blutkörperchen, die
den Sauerstoff aus der Lunge mit sich tragen, bekommen
Energie von der Seele. Wenn die Seele diese Stellung
verlässt, kommt die Tätigkeit des Blutes, die die
Verbrennungsvorgänge anregt, zum Stillstand. Die
medizinische Wissenschaft erkennt die Bedeutung der roten
Blutkörperchen an, aber sie kann nicht herausfinden, dass
die Quelle der Energie die Seele ist. Auf der anderen Seite
aber räumt die medizinische Wissenschaft ein, dass das
Herz der Sitz aller Energien des Körpers ist.
Diese atomischen Partikel des Spirituellen Ganzen werden
mit den Molekülen des Sonnenscheins verglichen. Im
Sonnenschein gibt es unzählige strahlende Moleküle. In
ähnlicher Weise sind die fragmentarischen Teile des
Höchsten Herrn atomische Funken der Strahlen des
Höchsten, die als prabha oder höhere Energie bezeichnet
werden. Weder das vedische Wissen noch die moderne
Wissenschaft verleugnen die Existenz der spirituellen Seele
im Körper, und die Wissenschaft von der Seele wird
ausführlich von der Höchsten Persönlichkeit Gottes Selbst
in der Bhagavad-gita erklärt.
"Wir denken, dass echte Acaryas spirituell nicht fortgeschritten sein müssen, denn sie können ja manchmal zu Fall kommen."
Srila Prabhupada sagt das genaue Gegenteil:
"Ein echter spiritueller Meister gehört seit ewigen Zeiten der Schülernachfolge an und weicht niemals von den Unterweisungen des Höchsten Herrn ab."
(Bg. 4.42, Erläuterung)

"Vorangegangene Acaryas erklären sogar was man tun soll, wenn der spirituelle Meister vom rechten Pfad abkommt."

Diese erwähnten abweichenden Gurus können gemäß der Definition niemals Mitglieder der ewigen Schülernachfolge gewesen sein. Vielmehr waren sie nicht befreite sondern selbsternannte Familienpriester, die sich als einweihende Acaryas ausgaben.
Echte Mitglieder der Schülernachfolge weichen niemals ab:
"Gott ist immer Gott, Guru ist immer Guru." (Schönheit des Selbst, Kapitel 2, Seite 53)
"Nun, wenn er mangelhaft ist, wie kann er dann Guru werden?"
(Schönheit des Selbst, Kapitel 2, Seite 58)
"Der reine Gottgeweihte befindet sich niemals im Griff Mayas oder in ihrem Einflussbereich." (SB, 5.3.14, Erläuterung)
"Für einen erstklassigen Gottgeweihten gibt es keine Möglichkeit herunterzufallen." (CC, Madhya, 22.71, Erläuterung)
"Ein spiritueller Meister ist immer befreit." (SP Brief an Tamal Krsna, 21/6/70)
Es gibt nicht ein einziges Beispiel eines formell autorisierten Diksa Gurus in unserer Schülernachfolge, in Srila Prabhupadas Büchern, der jemals vom Pfad des hingebungsvollen Dienstes abgewichen ist. Die Zurückweisung von Sukracarya muss manchmal herhalten, um die Sichtweise für gültig zu erklären, dass Acaryas zu Fall kommen oder abgelehnt werden können, doch dieses Beispiel ist höchst irreführend, da er niemals ein autorisiertes Mitglied unserer Schülernachfolge war. Brahmas Verfehlung gegenüber seiner Tochter wird hin und wieder erwähnt. Doch wird im Srimad- Bhagavatam deutlich gesagt, dass sich diese Vorfälle ereigneten bevor Brahma das Oberhaupt unserer Sampradaya wurde. In der Tat, als der Prabhupada-Schüler Nitai sich auf diesen Zeitvertreib Brahmas als ein Beispiel eines acaryas, der zu Fall kommt, bezog, wurde Srila Prabhupada sehr wütend.
Trotz der vollständigen Abwesenheit von abweichenden echten spirituellen Meistern in Srila Prabhupadas Büchern, beinhaltet das Buch GII des GBC einen ganzen Abschnitt, was ein Schüler tun soll, wenn sein „echter“ Guru abweicht!
Das Kapitel fängt mit der Behauptung an, sich einer aktuellen Verbindung zu nähern, und sie nicht zu 'überspringen' (GII, Seite 27). Allerdings fahren die Autoren fort, genau dies zu tun, indem sie zahllose vorangegangene Acaryas zitieren, um offensichtlich Prinzipien zu etablieren, die niemals von Srila Prabhupada gelehrt wurden.
Die von diesen vorhergehenden Acaryas beschriebenen Gurus können niemals echte Mitglieder der Parampara gewesen sein:
"Narada Muni, Haridasa Thakura und ähnliche Acaryas, die besonders ermächtigt worden sind den Ruhm des Herrn zu verkünden, können nicht aus materieller Sicht verstanden werden." (SB, 7.7.14, Erläuterung)
Die Gefahr zu 'überspringen' , wie sie in GII dargestellt ist, wird deutlich im Kapitel über 'Wiedereinweihung' (ein Ausdruck, der nicht auch nur ein einziges Mal von Srila Prabhupada, noch von anderen vorhergehenden Acaryas, verwendet wurde) demonstriert. Im Frage und Antwort Abschnitt (GII, Seite 35, Frage 4) sind die Bedingungen unter denen man einen Guru ablehnen und 'Wiedereinweihung' annehmen sollte beschrieben. Die 'Erklärung' folgt:
"Glücklicherweise wurde der Kern dieses Themas für uns von Srila Bhaktivinoda Thakura in seinem Jaiva Dharma und von Srila Jiva Gosvami in seinem Bhakti Sandarbha ergeklärt." (GII, Seite 35)
Das Wort 'glücklicherweise' impliziert eher unglücklicherweise, dass, da 'Srila Prabhupada es versäumte uns zu sagen, was zu tun ist, wenn ein Guru abweicht, wir nun umso besser über ihn zu all diesen vorhergehenden Acaryas springen zu können.' Doch Srila Prabhupada sagte uns, dass alles, was wir über spirituelles Leben wissen müssen, in seinen Büchern stehe. Warum führen wir Systeme ein, die niemals von unserem Acarya erwähnt wurden?

"Aber was ist falsch daran vorhergegangene Acaryas zu konsultieren?"

Nichts, solange wir wirklich versuchen, sie zu nutzen, um neue Prinzipien hinzuzufügen, die von unserem eigenen Acarya nicht erwähnt wurden. Die Vorstellung, dass ein echter Guru abweichen kann, ist nach allem was Srila Prabhupada lehrte dennoch völlig fremd. Die Probleme zu diesem 'Ursprung des jiva'-Themas stammen alle von dieser Praxis zu überspringen:
"... wir müssen die vorhergegangenen Acaryas durch Prabhupada sehen. Wir können nicht über Prabhupada springen und dann durch die Augen vorheriger Acaryas auf ihn zurückschauen." (Our Original Position, Seite 163, GBC Press)
Wie kann das Annehmen von vollständig neuen philosophischen Prinzipien, die niemals von Srila Prabhupada erwähnt wurden, als 'die vorhergehenden Acaryas durch Srila Prabhupada sehen?' bezeichnet werden?
Selbst wenn die Interpretation des GBC in GII, die auf die Schriften der vorangegangenen Acaryas angewendet wurde, richtig wäre, könnten wir sie immer noch nicht verwenden, um Srila Prabhupadas Lehren zu ändern oder zu ergänzen. Dies wird in den zwei Versen im Buch Sri Krsna Bhajanamrta von Srila Narahari Sarakara deutlich erklärt: GII hätte diese Verse im Sinne der Vorsicht erwähnen sollen, da es seine These mit anderen Versen von eben dem selben Buch unterstützt:
Vers 48:
"Ein Schüler mag irgendeine Anweisung von einem anderen fortgeschrittenen Vaisnava hören, doch nachdem er diese gute Anweisung erhalten hat, muss er sie zunächst seinem eigenen spirituellen Meister präsentieren. Danach sollte er die selbe Lehre wieder von seinem spirituellen Meister mit geeigneten Anweisungen erhalten."
Vers 49:
"...ein Schüler, der den Worten anderer Vaisnavas zuhört, selbst wenn ihre Anweisungen richtig und wahr sind, aber diese Lehren sich nicht von seinem eigenen spirituellen Meister wiederbestätigen lässt, und stattdessen direkt diese Anweisungen annimmt, wird als ein unqualifizierter Schüler und Sünder betrachtet."
Wir möchten bescheiden vorschlagen, dass im Interesse des spirituellen Lebens aller Mitglieder der ISKCON, das Buch GII auf eine Weise revidiert wird, die mit der obigen Anordnung übereinstimmt.

"Warum erklärte Srila Prabhupada nicht, was zu tun ist, wenn ein Guru
abweicht?"

Entsprechend der letzten Anweisung Srila Prabhupadas, ist er der Einweihende Diksa Guru und als autorisierte Verbindung zur Schülernachfolge stellt sich nicht auch nur eine Sekunde die Frage über eine mögliche Abweichung seinerseits bezüglich reinen hingebungsvollen Dienstes:

"Der echte spirituelle Meister ist immer in unverfälschtem hingebungsvollen Dienst für die Höchste Persönlichkeit Gottes tätig." (CC Adi, 1.46, Erläuterung)

"Sobald einer von Srila Prabhupadas Schülern die Vollkommenheit erlangt,
wird das ritvik-System überflüssig."

Die obige Aussage, die manchmal als 'gedämpftes Ritvik' bezeichnet wird, beruht auf der Prämisse, dass das Ritvik-System nur eingeführt wurde, weil es zur Zeit vor Srila Prabhupadas Verscheiden keine qualifizierten Schüler gab.
Allerdings ist diese Prämisse Spekulation, da sie niemals von Srila Prabhupada artikuliert wurde.
Es gibt keine Beweise, dass das Ritvik-System nur als eine Reaktion auf einen Mangel an qualifizierten Leuten erstellt wurde, und dass sobald eine qualifizierte Person da ist, wir Ritvik beenden sollten. Diese Vorstellung hat die unglückliche Nebenwirkung, das Ritvik-System nur zweitrangig aussehen zu lassen, ein Notbehelf - obwohl Ritvik in Wirklichkeit Krishnas vollkommener Plan ist. Diese Interpretation macht es auch einer zukünftigen skrupellosen charismatischen Person möglich, das System durch eine falsche Zurschaustellung von Hingabe zu beenden.
Selbst wenn qualifizierte uttama adhikari Schüler heute theoretisch gegenwärtig wären, würden sie dennoch dem Ritvik-System folgen müssen, wenn sie in der ISKCON bleiben wollten.

Wie wir schon gesagt haben, gibt es keinen Grund, weshalb eine qualifizierte Person nicht mehr als glücklich sein sollte, der Anweisung Srila Prabhupadas zu folgen.
Eine mögliche Quelle für dieses Missverständnis könnten die Anweisungen sein, die Srila Bhaktisiddhantas der Gaudiya Matha hinterließ. Srila Prabhupada berichtete uns, dass sein Guru Maharaja um die Einrichtung eines GBC ( Aufsichtsrat ) bat, und dass im Laufe der Zeit ein aus sich selbstleuchtender Acarya erscheinen würde. Wie wir wissen, befolgte die Gaudiya Matha diese Anweisung nicht - mit katastrophaler Wirkung. Einige Gottgeweihte glauben, dass wir auch nach einem aus sich selbstleuchtenden Acarya Ausschau halten müssen; und da er jederzeit kommen könnte, sei das Ritvik-System nur eine Art Lückenfüller.
Die Schwierigkeit mit dieser Theorie ist, dass tatsächlich die Anweisungen, die Srila Bhaktisiddhanta seinen Schülern hinterließ, und jene, die Srila Prabhupada uns hinterließ, voneinander verschieden, also nicht identisch sind. Sicher hinterließ uns Srila Prabhupada Anweisungen, dass der GBC fortfahren sollte, seine Gesellschaft zu verwalten, aber er sagte nirgendwo etwas über das Erscheinen eines zukünftigen aus sich selbstleuchtenden Acaryas für die ISKCON. Stattdessen aktivierte er das Ritvik-System, wobei er Selbst 'fortan' als der Acarya verbleiben würde. Es liegt auf der Hand, dass wir als Schüler Srila Prabhupada nicht überspringen können und somit direkt Srila Bhaktisiddhanta folgen.
Wenn Srila Prabhupada eine Anweisung von Krishna gegeben wurde, dass seine Gesellschaft in Kürze von einem neuen Acarya gelenkt wird, dann hätte er irgendeine Vorkehrung für uns in seiner letzten Anweisung getroffen. Stattdessen ordnete er an, nur seine Bücher seien zum Verteilen bestimmt und dass sie Gesetz für die nächsten zehntausend Jahre sein würden.
Was würde einem zukünftigen Acarya zu tun übrigbleiben? Srila Prabhupada hat die Bewegung schon gegründet, die jede Prophezeiung und jeden Sinn unserer Schülernachfolge für den Rest der Sankirtan-Bewegung erfüllen wird.
Wie wird es einem neuen selbstleuchtenden Diksa Guru möglich sein, in ISKCON zu erscheinen, wenn die einzige Person, die Diksa geben darf, Srila Prabhupada ist?
Einige haben argumentiert, dass Acaryas die Macht haben, Dinge zu ändern, und so könnte ein neuer Acarya das Ritvik-System in der ISKCON ändern. Aber würde ein autorisierter Acarya jemals die direkten Anweisungen, die von einem vorhergehenden Acarya an seine Nachfolger hinterlassen wurden, widersprechen? So zu handeln würde sicherlich die Autorität des vorherigen Acaryas untergraben. Es würde sicherlich Verwirrung und Durcheinander für jene Nachfolger verursachen, die mit der unangenehmen Wahl, wessen Anweisung zu folgen, konfrontiert wären.
Alle diese Bedenken klären sich, sobald wir die letzte Anweisung als maßgebend betrachten. Eine 'gedämpfte'-Ritvik Anweisung wird nirgends erwähnt. Der Brief sagt nur 'fortan'. Zu sagen, es würde mit dem Erscheinen eines neuen Acaryas oder perfekten Schülers enden, bedeutet eine vollkommen klare Richtlinie, mit der eigenen Spekulation zu überlagern. Der Brief unterstützt nur ein 'ungedämpftes' Ritvik Verständnis:
'Srila Prabhupada wird der Einweihende Guru in ISKCON sein, solange die Gesellschaft existiert.'
Dieses Verständnis entspricht dem Gedanken, dass Srila Prabhupada den Erfolg seiner Mission schon ohne fremde Hilfe in die Wege geleitet hat (siehe bitte verwandter Einwand 8: "Behauptest du, dass Srila Prabhupada keine reine Gottgeweihte schuf?")
Manchmal wird behauptet, dass, da der Brief vom 9. Juli nur die ursprünglichen 11 ernannten Ritviks autorisiert, das System beendet werden muss, wenn die 11 nominierten Personen verstorben sind oder abweichen.
Das ist ein eher extremes Argument. Dennoch besagt der Brief vom 9. Juli nicht, dass nur Srila Prabhupada Ritviks ernennen kann, oder dass zu der Liste agierender Ritviks niemals jemand hinzugefügt werden könnte. Es gibt andere Systeme der Verwaltung, die von Srila Prabhupada erstellt wurden, wie z.B. der GBC, wo neue Mitglieder frei hinzugefügt oder abgezogen werden, wann immer es notwendig erscheint. Es ist unlogisch ein System der Verwaltung abzusondern und es zu anderen aber gleichermaßen wichtigen, völlig unterschiedlich zu behandeln. Dies ist besonders der Fall, da Srila Prabhupada nicht im Geringsten andeutete, dass die Art der Erhaltung des Ritvik-Systems sich in irgendeiner Weise von der Erhaltung anderer Systeme, die er erstellte, unterscheiden sollte.
Dieses Argument wurde populär, deswegen laden wir den Leser ein, die folgenden Punkte zu berücksichtigen:
1. In der Topanga Canyon Abschrift berichtete Tamal Krsna Gosvami über die folgende Frage, die er stellte Srila Prabhupada, während er dabei war, die Liste der ausgewählten Ritviks zu tippen:
Tamal Krsna: "Srila Prabhupada, ist das alles oder willst du mehr hinzufügen?"
Srila Prabhupada: "Wenn notwendig, mögen mehr hinzugefügt werden."
(Pyramid House confessions, 3/12/80)
Sicherlich kann es als 'notwendiger' Umstand für das Hinzufügen weitere Ritviks erachtet werden, wenn alle Ritviks verstorben sind oder von den Prinzipien abweichen.
2. Der Brief vom 9. Juli definiert Ritvik als: 'Repräsentanten des Acaryas'. Dies befindet sich völlig im Aufgabenbereich des GBC, jemanden zu wählen oder abzusetzen, Srila Prabhupada zu vertreten, seien es Sannyasis, Tempelpräsidenten, oder Mitglieder des GBC selbst.
3. Der Brief vom 9. Juli zeigt, dass es Srila Prabhupadas Absicht war das Ritvik-System 'fortan' zu betreiben. Srila Prabhupada machte den GBC zur ultimativen verwaltenden Autorität, damit sie alle Einrichtungen erhalten und regeln könnten. Das Ritvik-System war Srila Prabhupadas System um Einweihungen zu verwalten. Es ist die Aufgabe des GBC dieses System zu erhalten, Personal hinzuzufügen oder auszuschließen, wie sie dies in allen anderen Bereichen tun und den Vorsitz zu führen.
4. Briefe, die am 9., 11. und 21. Juli verfasst wurden, deuten durch den Gebrauch von Begriffen wie 'thus far' (bis jetzt), 'so far' (bis dahin), 'initial list' (Anfangsliste) usw. darauf hin, dass der Liste noch mehr Personen hinzugefügt werden können.
Solch ein Mechanismus mehr Ritviks hinzuzufügen war geplant, obwohl er noch ausgeführt werden muss.
5. Wenn man versucht, eine Anweisung zu verstehen, wird man natürlicherweise den dahinterliegenden Zweck berücksichtigen. Der Brief besagt, dass Srila Prabhupada 'einige seiner älteren Schüler ernennen wird, die als Ritvik-Repräsentative des Acaryas handeln, und zwar zwecks der Durchführung von Einweihungen...', und zu dieser Zeit hatte Srila Prabhupada 'soweit' elf Namen bekannt gegeben. Das Ziel eines gehorsamen Schülers ist es, den Zweck des Systems zu verstehen und zu erfüllen. Der Zweck der letzten Anweisung war offensichtlich nicht alle künftigen Einweihungen exklusiv an eine 'elitäre' Gruppe von Individuen zu binden ('einige [...] soweit'), die schließlich irgendwann sterben müssen, und dadurch den Vorgang der Einweihung in ISKCON beenden. Der Zweck war eher sicherzustellen, dass Einweihungen praktisch von dem Zeitpunkt an fortgesetzt werden könnten. Deswegen muss das System verbleiben, solange die Notwendigkeit für Einweihung besteht. Damit würde das Hinzufügen weiterer 'älterer Schüler', um als 'Repräsentative des Acaryas' zu handeln, wann und sobald sie benötigt werden, sicherstellen, dass der Zweck des Systems weiterhin erfüllt wird.
6. Zusammengenommen mit Srila Prabhupadas Testament (welches beinhaltet, dass alle zukünftigen Aufsichtsräte der Besitztümer in Indien ausschließlich nur unter seinen eingeweihten Schülern ausgewählt werden können) ist die Absicht Srila Prabhupadas, das System für unbestimmte Zeit aufrecht zu erhalten, wobei der GBC das Ganze verwaltet, völlig klar verständlich.
Indem man davon ausgeht, ist es immer möglich, dass Srila Prabhupada die Anweisung widerrufen könnte, wenn er wollte. Wie zuvor gesagt, müsste die gegensätzliche Anweisung mindestens so klar und unmissverständlich wie der persönlich unterschriebene Brief sein, der das Ritvik-System an erster Stelle ins Leben rief.

Reporter: Sie sind nun der Leiter und der spirituelle Meister. Wer wird ihren Platz einnehmen?
Srila Prabhupada: Das wird Krishna gebieten, wer meinen Platz einnehmen wird.
(SP Interview, 14/7/76, New York)
Wir glauben allerdings, dass es sicherer ist, der Anweisung zu folgen, die wir von unserem Acarya erhielten, statt über gewisse Nachfolger zu spekulieren, die in Zukunft kommen mögen oder nicht, oder schlimmer - unsere eigenen zu erfinden.

"Befürworter von Ritvik wollen sich nicht einem Guru ergeben."

Diese Anklage basiert auf dem Missverständnis, dass ein spiritueller Meister physisch gegenwärtig sein muss, um sich ihm zu ergeben. Wenn dies der Fall wäre, dann könnte keiner von Srila Prabhupadas ursprünglichen Schülern mit ihm gegenwärtig verbunden sein. Sich dem spirituellen Meister zu ergeben, bedeutet seinen Anweisungen zu folgen, und dies kann getan werden, ob er nun physisch gegenwärtig ist oder nicht. Der Sinn der ISKCON ist es, richtige Führung und Ermutigung durch potentiell unbegrenzte Siksa-Beziehungen für alle Ankömmlinge zur Verfügung zu stellen.

"Aber wer wird den Devotees Führung anbieten und ihnen dienen, wenn keine Diksa Gurus da sind."

Es wird einen Diksa Guru geben, Srila Prabhupada; Führung und Dienst wird auf genau dieselbe Art vermittelt werden, als er gegenwärtig war, durch das Lesen seiner Bücher und durch Siksa Guru Beziehungen mit anderen Gottgeweihten. Vor 1977, wenn sich jemand dem Tempel anschloss, wurde er von dem Bhakta-Leiter, dem Sankirtana-Leiter, besuchenden Sannyasis, dem Koch, dem Pujari, dem Tempelpräsident usw. unterrichtet. Es war extrem selten direkt von Srila Prabhupada persönliche Anleitung zu erhalten; tatsächlich hielt er ständig solche Interaktionen fern, damit er sich auf seine Buchpublikationen konzentrieren konnte.

Wir schlagen vor, dass alles genauso sein sollte wie es Srila Prabhupada selbst eingerichtet hat.
ISKCON REVIVAL MOVEMENT http://www.iskconirm.com/



1. Wir schlagen nicht das ritvik-System vor, es ist Srila Prabhupada - in der letzten Anweisung. Selbst wenn es wie Christentum erscheinen mag, haben wir dennoch zu folgen, da es die Anweisung des Gurus ist.

2. Srila Prabhupada billigte deutlich die Vorstellung der Christen, weiterhin dem
verstorbenen Jesus Christus als ihrem Guru zu folgen. Er lehrte, dass jeder, der den Lehren Christus folgte, ein Schüler war und die Ebene der Befreiung erreichen würde, die von Jesus Christus präsentiert wurde:

Madhudvisa: Gibt es irgendeinen Weg für einen Christen, ohne die Hilfe eines spirituellen Meisters, den spirituellen Himmel durch den Glauben an die Worte Jesus und seinen Lehren nachzufolgen zu versuchen, zu erreichen?
Srila Prabhupada: Wenn du die Bibel liest, folgst du dem spirituellen Meister. Wie kannst du sagen ohne spirituellen Meister? Sobald du die Bibel liest, bedeutet dies, du folgst der Anweisung von Jesus Christus, das bedeutet, du folgst dem spirituellen Meister.
Wo ist entsteht hier die Situation ohne spirituellen Meister zu handeln?
Madhudvisa: Ich bezog mich auf einen lebenden spirituellen Meister.
Srila Prabhupada: Spiritueller Meister ist nicht eine Frage von ... Spiritueller Meister ist ewig.
So ist deine Frage 'ohne spirituellen Meister'?
Ohne spirituellen Meister kannst du keinen Fortschritt in deinem Lebens machen.
Du magst diesen spirituellen Meister akzeptieren oder jenen spirituellen Meister. Das ist ein anderes Thema.
Du erhältst Wissen das befolgt werden sollte.
Wie du sagst 'durch das Lesen der Bibel', wenn du die Bibel liest, bedeutet das, du folgst dem spirituellen Meister, der von einem Priester oder einem Geistlichen in der Nachfolge Jesus Christus repräsentiert wird.
(SP Morgenspaziergang, 2/10/68, Seattle)

"Bezüglich dem Ziel der Geweihten von Jesus Christus, sie können in den Himmel gelangen, das ist alles.
Das ist ein Planet in der materiellen Welt. Ein Geweihter von Jesus Christus ist jemand, der strikt den zehn Geboten folgt. [...]
Deswegen ist die Schlußfolgerung, daß die Geweihten von Jesus Christus auf die himmlischen Planeten, die sich in dieser materiellen Welt befinden, befördert werden." (SP Brief an Bhagavan, 2/3/70)

"Jemand, der sich tatsächlich von Jesus Christus leiten läßt, wird zweifellos Befreiung erlangen."
(Vollkommene Fragen, Vollkommene Antworten, Kapitel 9, S 110)

"... Oder die Christen folgen Christus, einer großen Persönlichkeit. Mahajano yena gatah sa panthah. Du folgst einem mahajana, einer großen Persönlichkeit [...] Du folgst einem acarya, wie die Christen, sie folgen Christus, acarya. Die Mohammedaner, sie folgen acarya, Mohammed. Das ist gut. Du mußt einem acarya folgen [...] evam parampara-praptam." (SP Konversation, 20/5/75, Melbourne)

3. Dieser Einwand 'Christen' zu sein ist ironisch, da das gegenwärtige Guru-System in ISKCON selbst bestimmte christliche Prozeduren adoptiert hat:

_ Die Theologie des GBC, Gurus zu wählen, ist dem System des Kollegiums der Kardinäle, die in der katholischen Kirche Päpste wählen, ähnlich.

"Abstimmungsvorgänge [...] für Guru-Kandidaten [...] die von den
abstimmenden Mitgliedern festgelegt werden [...] stimmen für Guru-Ernennung ab [...] durch eine zwei Drittel Mehrheit der GBC [...] alle GBCs sind Kandidaten für die Ernennung als Guru."
(GBC Resolutions)

4. Ähnlich nennt sich der GBC selbst "die höchste kirchliche führende Körperschaft der ISKCON" (Back To Godhead 1990-1991): wiederum 'christliche' Terminologie.
Diese bestimmten 'christlichen' Praktiken wurden niemals von Jesus gelehrt, und wurden von Srila Prabhupada verurteilt:
"Weltliche Stimmen sind nicht dazu berechtigt, einen Vaisnava-acarya zu wählen. Ein Vaisnava-acarya ist selbstleuchtend; deshalb besteht zu seiner Ernennung keine Notwendigkeit ein Gerichtsurteil heranzuziehen." (CC Madhya, 1.220, Erläuterung)
"Srila Jiva Gosvami rät, keinen spirituellen Meister anzunehmen, der seine Berechtigung aus erblichen oder herkömmlichen gesellschaftlichen und kirchlichen Konventionen herleitet." (CC Adi, 1.35, Erläuterung)

6. "Die ritviks geben eine Art diksa. Srila Prabhupada ist nur unser siksa Guru."

1. Die Funktion des ritvik-Priesters unterscheidet sich von jener des diksa Gurus. Seine einzige Aufgabe besteht darin, dem diksa Guru bei der Einweihung von Schülern zu helfen, und diese Schüler nicht als die seinigen zu initiieren.
2. Der ritvik-Priester beaufsichtigt nur die Einweihungsprozedur, gibt einen spirituellen Namen, aber führt nicht einmal notwendigerweise das Feuer-yajna aus. Dies wurde normalerweise vom Tempelpräsidenten gemacht - und er ist sicherlich nicht der diksa Guru.
3. Warum nicht Srila Prabhupada das zu erlauben, was er sein will? Er ist sicherlich unser siksa Guru, doch wie er deutlich am 9. Juli zu verstehen gab, sollte er auch unser diksa Guru sein.
4. Da Srila Prabhupada unser vorherrschender siksa Guru ist, ist er sowieso unser de facto diksa Guru, da:
_ Er das divya jnana oder transzendentales Wissen gibt - Definition von diksa.
_ Er die bhakti lata bija pflanzt - Definition von diksa.
Gottgeweihte können auch bei den obigen zwei Aktivitäten helfen (durch Predigen, Buchverteilung usw.), doch sie sind vartma-pradasaka Gurus, nicht diksa Gurus.
5. Der vorherrschende siksa Guru wird normalerweise auch zum diksa Guru:
"Srila Prabhupada ist der Gründer-siksa-Guru für alle ISKCON Devotees [...]
Srila Prabhupadas Anweisungen sind die wesentlichen Lehren für jeden ISKCON Devotee."
GBC Resolutions, Nr. 35, 1994)

"Im allgemeinen wird ein spiritueller Meister, der einen Schüler ständig in der spirituellen Wissenschaft unterweist, später auch sein einweihender spiritueller Meister."
(CC Adi, 1.35, Erläuterung)

"Es ist die Pflicht des siksa-guru oder diksa-guru, den Schüler richtig zu unterweisen, und es hängt von dem Schüler ab, den Vorgang zu befolgen. Den Anweisungen der sastras gemäß gibt es keinen Unterschied zwischen dem siksa-guru und dem diksa-guru, und im allgemeinen wird der siksa-guru später der diksa-guru."
SB, 4.12.32, Erläuterung)

7. "Wenn diksa und siksa dasselbe ist, warum solch einen Wirbel darum machen, daß Srila Prabhupada der diksa Guru ist?"

Die Verwirrung zwischen diksa und siksa Gurus entsteht, weil ihre Titel mit ihren Funktionen durcheinandergebracht werden. So wird manchmal angenommen, dass nur der siksa Guru siksa erteilen kann, nicht aber der diksa Guru. Der diksa Guru schult auch. Dies sollte offensichtlich sein, wie will er sonst divya jnana vermitteln?
Pradyumna: Guru-padasrayah. "Zuerst muß man Schutz bei den Lotosfüßen eines spirituellen Meisters suchen." Tasmat Krsna-diksadi-siksanam. Tasmat, "von ihm", Krsna-diksadi-siksanam, "man sollte Krsna-diksa, Einweihung, annehmen, und siksa."
Srila Prabhupada: Diksa bedeutet divya-jnanam ksapayati iti diksa. Was divya-jana, transzendentales Wissen erklärt, das ist diksa. Di, divya, diksanam. Diksa. So divya-jnana, transzendentales Wissen... Wenn du keinen spirituellen Meister akzeptierst, wie wirst du transzendental... Du wirst hier und dort belehrt und verschwendest aber nur deine Zeit.
Verschwendest Zeit für den Lehrer und verschwendest deine wertvolle Zeit. Deshalb solltest du von einem erfahrenen spirituellen Meister ausgebildet werden. Lies.
Pradyumna: Krsna-diksadi-siksanam.
Srila Prabhupada: Siksanam. Wir müssen lernen. Wenn man nicht lernt, wie wird man Fortschritt machen? Dann?
SP Konversation, 27/1/77, Bhubaneswar)

Dass die transzendentale siksa die Essenz von diksa ist, wird durch den sehr bekannten Vers über die Guru-Schüler-Beziehung (Bg. 4.34) offensichtlich. In diesem Vers ist das Wort 'upadeksyanti' in der Wort für Wort Übersetzung mit der Bedeutung 'einweihen' übersetzt [Anm.: dt. Übersetzung 1983 "zuteil werden lassen", engl. Original 1982 "initiate"]. Der Vers besagt, dass diese Einweihung vom Guru erfordert, 'Wissen zu offenbaren', und dass dies durch 'Nachfragen' des Schülers unterstützt wird. Daraus ergibt sich, dass die Verfechter von 'Prabhupada ist siksa nicht diksa', in einer selbstfabrizierten logischen Falle gefangen sind. Wenn Srila Prabhupada fähig ist 'Wissen zu offenbaren' wenn er nicht auf dem Planeten ist - dann muss er gemäß der Definition divya jnana vermitteln - transzendentales Wissen. Wenn Srila Prabhupada ein siksa Guru ohne die Notwendigkeit einer physisch anwesenden Wechselwirkung sein kann, warum dann nicht auch diksa? Es ist absurd zu argumentieren, dass Srila Prabhupada siksa vermitteln kann, wenn er nicht auf dem Planeten ist, wenn er aber als siksa Guru handelt, aber nicht siksa vermitteln kann, wenn wir seinen Titel ändern. Gerade die Tatsache, daß er ein siksa Guru sein kann, während er nicht auf dem Planeten ist, ist selbst ein Beweis, dass er zugleich auch diksa geben kann.
Einige Individuen machten den nächsten Schritt: sie argumentierten, dass Srila Prabhupada nicht einmal transzendentale siksa ohne einen physischen Körper geben kann. Wenn dies der Fall wäre, dann kann man sich nur wundern, weshalb Srila Prabhupada die Anstrengung unternahm, so viele Bücher zu schreiben und einen Verlag zu gründen, mit dem einzigen Zweck, diese Bücher für die nächsten zehntausend Jahre zu propagieren? Wenn es nicht mehr länger möglich ist, transzendentale Anweisungen aus Srila Prabhupadas Büchern zu erhalten, warum verteilen wir diese Bücher dann, und warum geben sich Leute immer noch rein aufgrund der Kraft dieser Bücher Krishna hin?

8. "Sagst du, dass Srila Prabhupada keine reine Gottgeweihte schuf?"

Nein. Alles was wir sagen, ist, dass Srila Prabhupada das ritvik-System einrichtete, um zu ermöglichen weiterhin einzuweihen. Ob nun Srila Prabhupada reine Gottgeweihte schuf oder nicht, ist für seine deutliche und unmissverständliche letzte Anweisung belanglos. Als Schüler ist es unsere Pflicht einfach den Anweisungen des Gurus zu folgen. Es ist unpassend, die Anweisung des Gurus aufzugeben und stattdessen zu spekulieren, wie viele reine Gottgeweihte es heute oder in Zukunft gibt oder geben wird.
Selbst wenn wir die schlimmste Möglichkeit annehmen, dass es gegenwärtig tatsächlich keine reine Gottgeweihten gibt, sollte man die Situation nach dem Verscheiden von Srila Bhaktisiddhanta Sarasvati betrachten. Nach fast 40 Jahren gab Srila Prabhupada zu verstehen, dass es nur einen von der Gaudiya Math kommenden autorisierten einweihenden acarya gab:
"Tatsächlich ist unter meinen Gottbrüdern niemand qualifiziert acarya* zu werden. [...] anstatt unsere Studenten und Schüler zu inspirieren, mögen sie diese vielmehr manchmal verunreinigen. [...] sie sind sehr kompetent, um unserem natürlichen Fortschritt zu schaden."
(SP Brief an Rupanuga, 28/4/74)
(* Srila Prabhupada verwendete die Wörter 'acarya' und 'Guru' auswechselbar)
"Ich werde einige Gurus ausbilden. Ich werde sagen, wer Guru ist, 'Nun wirst du acarya.'
[...] Du kannst betrügen, aber es wird nicht wirksam sein. Schau einfach unsere Gaudiya Matha an. Jeder wollte Guru sein. Ein kleiner Tempel und 'Guru'. Was für eine Art Guru?"
(SP Morgenspaziergang, 22/4/77)
Dies könnte als eine ablehnende Anklage von Srila Bhaktisiddhantas Predigtarbeit betrachtet werden. Wie auch immer, es würde extrem unklug sein zu argumentieren, dass Srila Bhaktisiddhanta ein 'Misserfolg' war. Von Srila Bhaktisiddhanta ist bekannt, dass er gesagt hat, wenn seine Mission nur einen einzigen reinen Gottgeweihten erzeugt, er sie dennoch als Erfolg betrachten würde.
In jedem Fall schließt die Implementierung eines ritvik-Systems nicht a priori die mögliche Existenz reiner Gottgeweihter aus. Es gibt verschiedene Szenarios, die leicht ritviks und reine Gottgeweihte in Einklang bringen:
_ Srila Prabhupada mag viele reine Gottgeweihte geschaffen haben, die nicht den Wunsch haben, diksa Gurus zu werden. Es gibt keinen Beweis um daraus schließen zu können, dass die am meisten fortgeschrittenen Gottgeweihten in ISKCON notwendigerweise genau jene Individuen sind, die sich selbst jedes Jahr zur Wahl vorschlagen. Diese reinen Gottgeweihten mögen einfach wünschen, Srila Prabhupadas Mission demütig zu helfen.
Es wird nirgendwo behauptet, dass es für einen reinen Gottgeweihten zwingend ist, ein diksa Guru zu werden. Solche Personen würden damit zufrieden sein, im ritvik-System zu arbeiten, wenn dies die Anweisung ihres Gurus ist.
_ Srila Prabhupada mag sich eine große Anzahl von anweisenden Gurus gewünscht haben, aber nicht notwendigerweise noch mehr einweihende Gurus. Dies würde mit der vorher zitierten an jeden gerichtete Anweisung, ein siksa Guru zu werden, in Einklang stehen, und auch mit Srila Prabhupadas Warnung, nicht Schüler anzunehmen. Es würde auch mit der Tatsache übereinstimmen, daß Srila Prabhupada schon ohne fremde Hilfe den Erfolg seiner Mission geltend machte:
Gast: Planen sie einen Nachfolger [Anm.: sucessor] zu wählen?
Srila Prabhupada: Es ist schon erfolgreich. [Anm.: successful, ein Wortspiel]
Gast: Ich meine, da muss doch jemand sein, um die Sache zu handhaben.
Srila Prabhupada: Ja. Das bauen wir auf. Wir schaffen diese Gottgeweihten, die das handhaben werden.
Hanuman: Eine Sache fragt dieser Gentleman, er möchte wissen, ob dein Nachfolger genannt oder wird.
Srila Prabhupada: Mein Erfolg ist immer da. (SP Konversation, 12/2/75, Mexiko)
"Nach 80 Jahren kann niemand erwarten, lange zu leben. Mein Leben ist fast beendet. Ihr müsst weitermachen, und diese Bücher werden alles bewirken." (SP Konversation, 18/2/76)
"So, es gibt nicht neues zu sagen. Was auch immer ich sagen wollte, habe ich in meinen Büchern gesagt. Nun versucht es zu verstehen und setzt eure Bemühungen fort. Ob ich nun gegenwärtig bin oder nicht gegenwärtig, macht keinen Unterschied." (SP Ankunftskonversation, 17/5/77, Vrindavan)
Reporter: Was wird mit der Bewegung in den Vereinigten Staaten geschehen, wenn sie sterben?
Srila Prabhupada: Ich werde niemals sterben.
Devotes: Jaya! Haribol! (lachen)
Srila Prabhupada: Ich werde aus meinen Büchern leben, und ihr werdet es nutzen.
(SP Pressekonferenz, 16/7/75, San Francisco)
Reporter: Bilden Sie einen Nachfolger aus?
Srila Prabhupada: Ja, mein Guru Maharaja ist da. (SP Pressekonferenz, 16/7/75, San Francisco)
"Nur Sri Caitanya kann meinen Platz einnehmen. Er wird sich um die Bewegung kümmern." (SP Konversation, 2/11/77)
Interviewer: Was geschieht, wenn die unvermeidliche Zeit kommt, wo ein Nachfolger benötigt wird?
Ramesvara: Er fragt nach der Zukunft, wer wird die Bewegung in der Zukunft leiten?
Srila Prabhupada: Sie werden leiten, ich bilde sie aus.
Interviewer: Wird es trotzdem einen spirituellen Führer geben?
Srila Prabhupada: Nein. Ich bilde den GBC aus, 18 GBCs auf der ganzen Welt. (SP Interview, 10/6/76, Los Angeles)
Reporter: Erwarten sie, eine Person als ihren Nachfolger zu ernennen oder haben sie die Wahl schon getroffen?
Srila Prabhupada: Darüber denke ich jetzt nicht nach. Aber es gibt keine Notwendigkeit für eine gewisse Person. (SP Interview, 4/6/76, Los Angeles)
Interviewer: Ich fragte mich, ob er einen Nachfolger hat um ... Haben sie einen Nachfolger, um ihren Platz einzunehmen, wenn sie sterben?
Srila Prabhupada: Das steht noch nicht fest. Das steht noch nicht fest.
Interviewer: So, was ist im Gange? Werden die Hare Krsnas...
Srila Prabhupada: Wir haben Sekretäre bekommen. Sie werden verwalten. (SPInterview, 14/7/76, New York)
Die Tatsache, daß Srila Prabhupada seine Schüler nicht autorisierte, als diksa Guru zu handeln, bedeutet nicht notwendigerweise, dass keiner von ihnen ein reiner Gottgeweihter war. Es könnte einfach sein, dass es in Krishnas Plan nicht notwendig für sie war, eine solche Rolle anzunehmen. Trotzdem haben die Nachfolger von Srila Prabhupada eine wichtige Rolle zu spielen, genau so als er auf dem Planeten physisch gegenwärtig war. Dies bedeutet, als seine Assistenten zu handeln, nicht als Nachfolge-acaryas:
"Die GBCs sollten alle die anweisenden Gurus sein. Ich bin der einweihende Guru, und ihr sollt die anweisenden Gurus sein, indem ihr lehrt, was ich lehre und macht, was ich mache." (SP Brief an Madhudvisa, 4/8/75)
"Manchmal ist ein diksa Guru nicht immer gegenwärtig. Deswegen kann man Lehren und Anweisungen von einem fortgeschrittenen Gottgeweihten annehmen. Das wird siksa Guru genannt." (SP BG. Vortrag, 4/7/74, Honolulu)
So ist die Frage nicht, ob Srila Prabhupada einige reine Gottgeweihte schuf, sondern die Tatsache, dass er das ritvik-System ins Leben rief. Obwohl der diksa Guru heute nicht physisch gegenwärtig ist, bedeutet dies nicht, dass Srila Prabhupada nicht der diksa Guru ist. In seiner Abwesenheit wird von uns erwartet, Anweisungen von einem echten siksa Guru anzunehmen, von denen es schließlich Millionen geben mag.

9. "Solange ein Guru streng folgt, spielt es keine Rolle, wie fortgeschritten er ist, er wird schließlich qualifiziert werden und seine Schüler zurück zu Gott bringen."

Wie zuvor besprochen, muss man, um als diksa Guru zu handeln, zuerst die höchste Ebene des hingebungsvollen Dienstes, nämlich maha-bhagavata, erlangen, und dann vom vorhergehenden acarya autorisiert werden um einweihen zu können. Die obige "ungedeckter-Scheck-Guru-Philosophie" ist eine beleidigende Spekulation, wie das folgende Zitat veranschaulicht:
"Obwohl Prthu Maharaja tatsächlich eine Inkarnation der Höchsten Persönlichkeit Gottes war, lehnte er die ihm dargebrachten Lobeshymnen ab, weil die Eigenschaften der Höchsten Person noch nicht in ihm sichtbar waren. Er wollte betonen, dass jemand, der diese Eigenschaften nicht tatsächlich besitzt, nicht versuchen sollte, seine Anhänger und Geweihten dazu zu bringen, ihn für solche Eigenschaften zu lobpreisen, obwohl diese Eigenschaften erst in der Zukunft sichtbar werden mögen. Wenn jemand, der die Eigenschaften einer großen Persönlichkeit nicht tatsächlich besitzt, seine Anhänger veranlasst, ihn zu lobpreisen, in der Erwartung, solche Eigenschaften würden sich in der Zukunft allmählich entwickeln, ist diese Art von Lobpreisung im Grunde eine Beleidigung." (SB, 4.15.23, Erläuterung)
So wie es eine Beleidigung wäre einen blinden Mann als "Lotosäugiger" anzusprechen. Teilweise bedingte Seelen als 'so gut wie Gott' (GII, Seite 15, Punkt 8) anzusprechen, ist eine ähnliche Beleidigung; nicht nur gegenüber der falsch geschmeichelten Person, sondern auch gegenüber der reinen Schülernachfolge tatsächlich selbstverwirklichter Seelen, bis hin zur Höchsten Persönlichkeit Gottes Selbst.

'Streng folgen' ist der Vorgang, durch den ein Schüler fortschreitet, nicht eine Qualifikation an sich. Oft verwechseln Devotees den Vorgang mit der Qualifikation, manchmal predigen sie sogar, dass dies ein und dasselbe wäre. Nur weil jemand streng folgt, bedeutet dies nicht, er ist ein maha-bhagavata, oder dass er von seinem eigenen spirituellen Meister gebeten wurde einzuweihen; und wenn ein Schüler tatsächlich beginnt einzuweihen, bevor er ordentlich qualifiziert und autorisiert ist, dann folgt er auch sicherlich nicht den Regeln der Schülernachfolge.
Manchmal zitieren Devotees den Vers 5 aus dem Nektar der Unterweisung (Erläuterung), um zu beweisen: 'ein Vaisnava-Neuling oder ein Vaisnava auf der Zwischenstufe kann ebenfalls Schüler annehmen...' Aus einigen Gründen bemerken sie aber nicht, dass der Rest des Satzes die Schüler von solchen Gurus warnt, 'daß sie unter seiner unzulänglichen Führung keine sehr großen Fortschritte auf dem Pfad zum endgültigen Ziel des Lebens machen können.'
Darauf wird gesagt:
"Ein Schüler soll daher darauf achten, einen uttama-adhikari als spirituellen Meister anzunehmen." Unqualifizierte Gurus werden ebenso gewarnt:
"Man soll nicht spiritueller Meister werden, solange man nicht die Ebene des uttama adhikari erreicht hat." (Der Nektar der Unterweisung, Vers 5, Erläuterung, Seite 49)
Wenn ein Guru nur 'unzulängliche Führung' anbietet, kann er gemäß der Definition nicht diksa Guru sein, da dies die Vermittlung des vollständigen divya-jnana erfordert. 'Unzulänglich' bedeutet - nicht genug. Es ist sehr offensichtlich, dass einweihende Gurus, die einem nicht helfen können, 'gute Fortschritte zu machen', wahrscheinlich allesamt am besten gemieden werden sollten.

10. "Definitionsgemäß bedeutet das ritvik-System das Ende der Schülernachfolge."

Die Schülernachfolge oder Guru parampara ist ewig; es gibt keine Frage ihres Stehenbleibens.
Gemäß Srila Prabhupada wird die Sankirtan-Bewegung (und daher ISKCON) nur für die nächsten 9500 Jahre existieren. Verglichen mit der Ewigkeit sind 9500 Jahre nichts, ein bloßes Echozeichen in der kosmischen Zeit. Dies scheint der Zeitabschnitt zu sein während dem Srila Prabhupada als die 'gegenwärtige Verbindung' in ISKCON verbleiben soll, bis er oder Krishna die Anweisung vom 9. Juli rückgängig machen oder ein externer Umstand das Befolgen der Anweisung unmöglich macht (wie etwa eine totale thermonukleare Vernichtung). Frühere acaryas blieben für lange Zeitperioden gegenwärtig, Tausende (Srila Vyasadeva) oder sogar Millionen von Jahren (siehe Zitat unten). Wir sehen keinen Grund, weshalb die Dauer von Srila Prabhupadas Herrschaft als 'gegenwärtige Verbindung', selbst wenn sie sich bis hin zum Ende der Sankirtan- Bewegung hinzieht, irgendein besonderes Problem darstellen soll.
"Bezüglich dem System der parampara: große Lücken sind nicht verwunderlich [...] wir finden in der Bhagavad-gita, daß die Gita dem Sonnengott gelehrt wurde, vor vielen Millionen Jahren, doch Krishna erwähnte nur drei Namen in diesem System der parampara - nämlich Vivasvan, Manu und Iksvaku; und so hindern diese Lücken nicht, das System der parampara zu verstehen. Wir müssen die prominenten acaryas annehmen, und ihnen folgen [...] Wir müssen die Autorität des acaryas anerkennen, zu welcher sampradaya wir auch gehören." (SP Brief an Dayananda, 12/4/68)
Die Anweisung vom 9. Juli ist wichtig, da sie bedeutet, dass Srila Prabhupada der prominente acarya, zumindest für die Mitglieder der ISKCON, so lange wie die Gesellschaft besteht, sein soll.
Nur das direkte Eingreifen von Srila Prabhupada oder Krishna kann die letzte Anweisung widerrufen (solches Eingreifen muss mindestens so klar und unmissverständlich sein, wie es eine unterschriebene Anweisung ist, die an die gesamte Gesellschaft gesendet wird). Bis eine gegenteilige Anweisung gegeben wird, wird die Wissenschaft des hingebungsvollen Dienstes weiterhin direkt von Srila Prabhupada an nachfolgende Generationen seiner Schüler vermittelt.
Da dies ein gewöhnliches Phänomen in unserer Schülernachfolge ist, gibt es keinen Grund, um Alarm zu geben. Die Nachfolge kann nur als 'beendet' betrachtet werden, wenn die Wissenschaft des hingebungsvollen Dienstes verloren gegangen ist. In solchen Fällen erscheint gewöhnlich Sri Krishna Selbst, um die Prinzipien der Religion wieder zu etablieren. Solange Srila Prabhupadas Bücher im Umlauf sind, sollte diese 'Wissenschaft' lebhaft intakt verbleiben und vollkommen zugänglich sein.

11. "Das ritvik-System bedeutet ein Ende der Guru-Schüler Beziehung, die seit Tausenden von Jahren die Tradition gewesen ist."

Das ritvik-System verbindet eine potentiell unbegrenzte Anzahl von aufrichtigen Schülern mit dem größten acarya, der jemals die Erde gesegnet hat, nämlich Srila Prabhupada. Diese Schüler werden eine Beziehung mit Srila Prabhupada haben, die auf dem Studium seiner Bücher und ihm in seiner Gesellschaft dienen basiert, wobei es reichlich Gelegenheit für die Existenz einer unbegrenzte Anzahl von siksa Guru-Schüler Beziehungen gibt. Auf welche Weise ist dies das Ende der Tradition der Guru-Schüler Beziehungen?
Die Details wie diksa Guru-Schüler Beziehungen formell eingegangen werden, mag von einem acarya gemäß Zeit, Ort und Umständen angepasst werden, doch das Prinzip verbleibt das gleiche:
"Srimad Viraraghava Acarya, ein acarya in der Schülernachfolge der Ramanujasampradaya, hat in seinen Kommentaren bemerkt, daß candalas oder bedingte Seelen, die in Familien geboren sind, die noch unter den sudras stehen, ebenfalls den Umständen entsprechend eingeweiht werden können. Die Formalitäten können hier und dort leicht geändert werden, um sie zu Vaisnavas zu machen." (SB, 4.8.54, Erläuterung)
Ähnlich ist das Prinzip, Einweihung von einem echten spirituellen Meister anzunehmen, in keiner Weise von dem ritvik-System vermindert oder gefährdet.
Einige Leute verweisen auf traditionelle Gurus, die in indischen Dörfern leben, als ein Modell für ISKCON. Jeder Guru hat ein paar Schüler, die er persönlich ausbildet. Wie romantisch sich dies auch anhören mag, es hat nicht das geringste mit der weltweiten Mission, die Sri Caitanya vorhersagte und Srila Prabhupada etablierte, zu tun. In dieser Mission ist Srila Prabhupada der Welt-acarya, mit Tausenden und möglicherweise Millionen von Schülern. Srila Prabhupada gründete eine Weltmission, durch die jeder überall auf der Welt 'sich nähern', 'dienen' und 'sich erkundigen' kann. Warum sollten wir ein Dorfguru-System in der ISKCON einführen wollen, wenn es nicht das war, was Srila Prabhupada zu erstellen befohlen hat?
Wenn jeder über Hunderte verschiedene Gurus mit verschiedenen Sichtweisen, Meinungen und Ebenen der Verwirklichung meditiert, wie kann da Einheit sein? Wie wir demonstriert haben, gab uns Srila Prabhupada anstatt dieser Glückstreffer-Annäherung an spirituelles Leben, ein praxisbewährtes und getestetes System, welches die direkte Zuwendung an ihn (der hundertprozentig garantiert ist) erleichtert. Wir wissen, dass er uns nie im Stich lassen wird, und auf diese Weise wird ISKCON einig verbleiben, nicht nur dem Namen nach, sondern im Bewusstsein.
Einige Anhänger glauben, dass ohne eine Nachfolge von lebenden, physisch gegenwärtigen, einweihenden diksa Gurus, die Wissenschaft des hingebungsvollen Dienstes verloren gehen wird.
Allerdings ist dieses Prinzip nicht einmal ein einziges Mal von Srila Prabhupada bestätigt worden, und kann so nicht in unserer Philosophie existieren. Solange das ritvik-System in Kraft bleibt (natürlich nachdem es wieder in Gang gesetzt wurde), wird es eine Nachfolge lebender siksa Gurus geben, die im Namen eines lebenden, obwohl nicht physisch gegenwärtigen, mahabhagavata handeln. Solange diese siksa Gurus nicht irgendetwas ändern, Philosophie erfinden, wichtige Anweisungen ablehnen und sich selbst ohne Autorisierung als diksa Gurus ausgeben, wird die Wissenschaft des hingebungsvollen Dienstes vollkommen intakt verbleiben. Wenn solche Abweichungen die unvergängliche Wissenschaft des bhakti behindern würden, dann würde Krishna sicherlich auf irgendeine Weise eingreifen, vielleicht indem er wieder einen Einwohner Golokas sendet, um eine neue echte Gesellschaft zu gründen. Lasst uns zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass dies nicht notwendig sein wird.

12. "Ritvik ist nicht der reguläre Weg, die Schülernachfolge fortzusetzen. Der richtige Weg dies zu tun ist für den Guru, dem Schüler alles was er über Krishna wissen muss beizubringen, während er physisch gegenwärtig ist. Sobald der Guru den Planeten verlässt, ist es die Pflicht all seiner strikten Schüler, sofort damit zu beginnen, ihre eigenen Schüler einzuweihen und so die Schülernachfolge fortzusetzen. Dies ist der 'reguläre' Weg, dies zu tun."

Wenn wir die zwei wichtigen Vorbedingungen, um jemanden einzuweihen, beiseite lassen, ist es klar, dass diksa-Tätigkeiten in unserer parampara enorm verschieden sind. Wir haben beobachtet, dass viele Verstöße gegen das sogenannte 'reguläre' System in fünf grundlegende Kategorien fallen, obwohl wir nicht ablehnen, dass es noch viele andere geben kann.
1. Lücken:
Dies sind all die Zeitpunkte, wenn ein acarya in der parampara verscheidet und es keine nächste Verbindung gibt, die sofort beginnen kann neue Schüler einzuweihen. Oder die Person, welche die nächste Verbindung werden wird, erhält nicht sofort die Autorisierung des spirituellen Meisters direkt nach seinem Verscheiden einzuweihen. Zum Beispiel gab es eine Lücke von etwa zwanzig Jahren zwischen dem Verscheiden von Srila Bhaktisiddhanta und der nächsten echten Einweihung in unserer sampradaya. Lücken von mehr als hundert Jahren sind nicht ungewöhnlich bei den Mitgliedern der Schülernachfolge.
2. Umgekehrte Lücken:
Dies sind all die Zeitpunkte, wenn ein acarya noch nicht seinen Körper verlassen hat, bevor seine Schüler mit dem Einweihen beginnen. Brahma zum Beispiel hat seinen Körper noch nicht verlassen, dennoch haben Generationen von nachfolgenden Gurus Millionen und Millionen von Schülern eingeweiht. Srila Bhaktisiddhanta weihte ein, als Srila Bhaktivinoda und Srila Gaura Kisora noch physisch gegenwärtig waren. Gemäß GII (Seite 23) ist dies ein allgemeines Phänomen in unserer sampradaya.
3. Siksa / diksa Verbindungen: Es gibt Fälle, wo ein Schüler einen acarya als seinen wichtigsten spirituellen Meister akzeptiert, nachdem dieser den Planet verlassen hat. Ob der verstorbene acarya ein siksa oder diksa Guru für seinen Schüler ist, ist oft schwer zu erkennen. Srila Prabhupada bestimmt im allgemeinen nicht die genaue Natur dieser spirituellen Wechselwirkungen. Zum Beispiel die genaue Natur der Beziehung zwischen Srila Visvanatha Cakravarti Thakura und Narottama dasa Thakura, die über einhundert Jahre voneinander getrennt lebten, wird von Srila Prabhupada nicht ausgeführt. Wir mögen es eine siksa Beziehung nennen wollen, doch das ist Spekulation, da Srila Prabhupada einfach sagt:
"... Srila Narottama dasa Thakura, der seinerseits Srila Visvanatha Cakravarti als seinen Schüler annahm." (CC Adi, 1)
"... Visvanatha Cakravarti Thakura. Er akzeptierte seinen Guru, Narottama dasa Thakura."
(SP SB Vortrag, 17/4/76, Bombay)
Obwohl solche Schüler normalerweise an einer Art von Zeremonie mit jemandem, der physisch gegenwärtig ist, teilnehmen, mag dies dennoch den verstorbenen acarya nicht daran hindern, deren diksa Guru zu sein; so wie eine ritvik-Zeremonie nicht bedeutet, dass der ritvik oder Tempelpräsident der diksa Guru ist. Auch erhielten solche Schüler normalerweise die Erlaubnis von einer Autorität, die physisch gegenwärtig war, um einen sat Guru zu akzeptieren, der dies nicht war. Auf ähnliche Weise - wäre das ritvik-System wieder in Gang gesetzt, würden neue Schüler von Srila Prabhupada zuerst die Anerkennung des Tempelpräsidenten und des ritviks erhalten, bevor sie eingeweiht werden.
4. Art der Einweihung:
Dies sind ungewöhnliche Arten der Einweihung, wo einmalige oder unbegreifliche Arten der Vermittlung von diksa vorkamen. Zum Beispiel Sri Krishna an Brahma; oder Sri Caitanya, der in das Ohr eines Buddhisten flüstert. Interplanetare diksa mag ebenso unter diese Kategorie fallen.
Dies ist der Fall, wenn Persönlichkeiten, die auf einem anderen Planeten leben, einen Schüler einweihen oder diksa vermitteln, zum Beispiel Manu an Iksvaku in der Bhagavad-gita (4.1).
5. Nachfolgesysteme:
Dies bezieht sich auf unterschiedliche Nachfolge-acarya-Systeme in unserer Sampradaya. Zum Beispiel Srila Bhaktivinoda nahm ein 'machtvoller Vaishnava-Sohn' Nachfolgesystem an. Srila Bhaktisiddhanta verblieb mit einem 'selbstleuchtenden acarya' Nachfolgesystem. Soweit wir ermitteln können, entschied sich Srila Prabhupada für ein 'amtierendes acarya' Nachfolgesystem.
Das vom GBC unterstützte System ist ein 'multiples acarya' Nachfolgesystem.
Es ist klar, dass die Methode jedes acaryas ziemlich einmalig ist; über ein 'reguläres' System, um die parampara fortzusetzen, zu sprechen, ist praktisch bedeutungslos.

13. "Wenn wir das ritvik-System annehmen, was würde uns daran hindern,
Einweihung von irgendeinem vorherigen acarya, wie Srila Bhaktisiddhanta, zu erhalten?"

Zwei Dinge verhindern, dass dies eine echte Möglichkeit ist:
1. Srila Bhaktisiddhanta und andere vorherige acaryas autorisierten nicht ein ritvik-System, welches 'fortan' gelten soll.
2. Wir müssen uns der aktuellen Verbindung nähern:
"Um die wahre Botschaft des Srimad-Bhagavatam zu empfangen, sollte man das verbindende Glied [Anm.: current link] , den spirituellen Meister, in der Schülernachfolge aufsuchen." (SB, 2.9.7, Erläuterung)
Es ist offensichtlich, dass Srila Prabhupada der sampradaya acarya ist, der Srila Bhaktisiddhanta nachfolgt. Srila Prabhupada ist deshalb unsere aktuelle Verbindung und ist so die richtige Person, die für Einweihung aufzusuchen ist.

14. "Um die aktuelle Verbindung zu sein, muss man physisch gegenwärtig sein."

Srila Prabhupada legte niemals die obige Verfügung fest.
Darum lasst uns folgendes betrachten: Kann ein spiritueller Meister 'aktuell' sein, wenn er physisch abwesend ist?
1. Der Ausdruck 'aktuelle Verbindung' [Anm.: current link] wird in nur einem Abschnitt in allen Büchern von Srila Prabhupada verwendet; es gibt keinen Verweis auf physische Gegenwart, der sich auf diesen Ausdruck bezieht. Wenn physische Gegenwart wesentlich wäre, dann würde sie sicherlich erwähnt worden sein.
2. Die Definition des Wortes 'aktuell' bezieht sich nicht auf physische Anwesenheit.
3. Die Definition des Wortes 'aktuell' kann ohne weiteres auf einen physisch abwesenden spirituellen Meister und seine Bücher angewendet werden.
Current = 'most recent', 'commonly known, practised or accepted', 'widespread', 'circulationg and valid at present'. (Collins English Dictionary)
[Anm.: aktuell = 'im augenblicklichen Interesse liegend', 'zeitgemäß' (Duden)]
4. Der Sinn, die 'aktuelle Verbindung' aufzusuchen, kann durch das Lesen von Srila Prabhupadas Büchern vollständig erfüllt werden:
"Um die wahre Botschaft des Srimad-Bhagavatam zu empfangen, sollte man das verbindende Glied [Anm.: current link] , den spirituellen Meister, in der Schülernachfolge aufsuchen." (SB, 2.9.7, Erläuterung)
5. Srila Prabhupada verwendet auch den Ausdruck 'unmittelbarer acarya' [Anm.: immediate acarya] gleichbedeutend mit 'aktuelle Verbindung'. Das Wort 'unmittelbar' bedeutet: immediate = 'without intervening medium', 'closest or most direct in effect or relationship' (Collins English Dictionary)
Diese Definition verleihen einer direkten Beziehung mit Srila Prabhupada - ohne die Notwendigkeit von Mittelsmännern – Gültigkeit; wider alles ungeachtet der physischen Gegenwart/Abwesenheit.

6. Da es Beispiele von Schülern gibt, die einweihten, als ihr Guru noch auf dem Planeten war, scheint es keine direkte Beziehung zwischen dem Status der aktuellen Verbindung und der physischen Gegenwart/Abwesenheit zu geben. Mit anderen Worten, wenn es möglich ist, die nächste aktuelle Verbindung zu sein, selbst während der eigene Guru physisch gegenwärtig ist, warum sollte es nicht einem abgereisten acarya möglich sein,die aktuelle Verbindung zu bleiben?
Schlussfolgernd sehen wir keinen Beweis um darauf schließen zu lassen, dass eine aktuelle Verbindung auf physischen oder nicht physischen Überlegungen basiert.
von Krishnakant, editor BACK TO PRABHUPADA http://www.iskconirm.com

1) Mythos: „Es kann nicht sein, dass Srila Prabhupada beabsichtigte ein fortdauerndes und repräsentierendes System der Vaishnava Einweihung einzurichten bei dem er weiterhin der Diksa Guru für ISKCON sein würde, was völlig im Widerspruch zur Tradition stände.“

Entschlüsselt:

Srila Prabhupada hat mit größter Gewissheit ein fortdauerndes Ritvik System eingerichtet, obwohl der GBC dem nicht zustimmen mag und es gibt weiterhin keinerlei Beweise, dass er jemals anordnete dieses selbige System zu beenden.

Srila Prabhupada hat niemals gelehrt, dass ein Schüler die Ausführung einer seiner Anordnungen mit der Begründung einstellen könne, dass diese Anordnung nicht der „Tradition“ entspräche.

Aus der Sicht des spirituellen Meisters, ist die „Tradition“ an die wir uns zu halten haben, ihn als Krishnas Repräsentanten an zuerkennen und daraufhin das zu tun was er uns aufträgt.


„Gemäß der Vaishnava Tradition gelangen wir zur Wahrheit durch den Guru, welcher als der Repräsentant der absoluten Wahrheit, der Höchsten Persönlichkeit Gottes angesehen wird.“
(Quest of Enlightment, Kapitel 6)

“Schüler zu sein bedeutet dass es keine Streiterei gibt. Was immer der Guru sagt sollte angenommen werden. Das bedeutet Schüler. Dies ist endgültig. Es gibt keine Argumentationen.”
(Srila Prabhupada, Konversation, 28. Juni 1976)


Der Definition gemäß sind derartige Anweisungen immer in Einklang mit den Unterweisungen der Schriften (Sastra), obwohl nicht notwendigerweise auf „traditionelle Weise“, wie selbige Unterweisungen einst in der Vergangenheit erläutert oder praktiziert wurden.

Das Ritvik System ist daher durchaus als traditionell zu betrachten da uns dasselbige von Srila Prabhupada aufgetragen wurde.

Kontrahenten des Ritvik Systems müssten zumindest einmal aufzeigen können, welche Unterweisungen der Sastra durch das Ritvik System verletzt werden und nicht einfach immer wieder das gleiche Wort „traditionell“ nachplappern um vorzutäuschen, es handle sich hierbei um ein gewichtiges Argument.

2) Mythos: „Aber solch ein Ritvik System wurde zuvor noch nie angewandt.“

Entschlüsselt:

Jeder der diese Aussage tätigt versucht zu täuschen, da es unmöglich erforscht werden kann, was jeder einzelne Acarya in jedem vorangegangenen Zeitalter genau getan hat.
Aber selbst wenn alle Fakten zugänglich, wäre dies dennoch irrelevant, da Srila Prabhupada nirgends festhielt, dass ein Acarya nicht einzelne Formalitäten und Details, gemäß Ort, Zeit und Umstände ändern kann. Tatsächlich lehrte er das genaue Gegenteil mit besonderen Hinweis auf die Initiation:


„Srimad Viraraghava Acarya, ein Acarya in der Nachfolge der Ramanuja-Sampradaya hat in seinem Kommentar geäußert, dass Candalas (Menschen mit niedriger Geburt) oder auch bedingte Seelen die in noch niedrigeren Familien als Sudra geboren wurden, gemäß der Umstände auch eingeweiht werden können. Die Formalitäten um sie zu Vaishnavas zu machen mögen hier und da leicht abgeändert werden.“ (Srimad Bhagavatam, 4.8.54 Erläuterung)
Der Einsatz von Priestern um Einweihungen in das Vaishnavatum in der physischen Abwesenheit eines Guru durchzuführen, ist sicherlich nichts anderes als eine Anpassung der „Formalität.“
Die Beweislast hierbei liegt bei denen, die darauf bestehen es handle sich um eine Änderung des Prinzips und auch wo genau Srila Prabhupada dies geschrieben haben soll.

Auf fast ähnlich Weise zeigen folgende Zitate dass jeder Acarya verschiedene spezifische Methoden anwenden kann um Menschen zum Krishna Bewusstsein zu bringen, es kann daher keine starren Regeln geben denen jeder Acarya folgen muss:


„Jeder Acarya bedient sich spezifischer Mittel seine spirituelle Bewegung zu verbreiten und die Menschen zum Krishna Bewusstsein zu bringen.
Die Vorgehensweise eines Acarya mag daher von der Vorgehensweise eines anderen Acarya variieren – aber das schlussendliche Ziel wird dabei niemals außer acht gelassen.“
(Sri Caitanya Caritamrita Adi-lila, 7.37 Erläuterung)



3) Mythos: “Wir folgen historischer Präzedens und weil wir keine Beweise finden welche belegen, dass Ritvik Einweihungen stattfanden, können wir dies auch nicht tun.”

Entschlüsselt:

Praktisch jeder weiß, dass Srila Prabhupada ein anzuwendendes Ritvik System eingerichtet hat, dennoch war dieses System soviel wir wissen geschichtlich völlig einzigartig.
Nach dieser Logik zu schließen, hätte dieses System niemals eingerichtet werden dürfen, da es in der Vergangenheit des Vaishnavatum nie erwähnt wurde; dennoch akzeptiert der GBC, dass Srila Prabhupada es eingerichtet hat.
Es gibt keinen historischen Präzedenzfall wo ein Schüler die Anweisung seines Guru rein auf der Grundlage zurückwies, die Anweisung sei kein historischer Präzedenzfall, daher widerspricht sich dieses Argument von selbst.

4) Mythos: „Der Acarya richtet sich in jeder Hinsicht immer an die vergangene Tradition und weicht davon niemals ab.“

Entschlüsselt:

Srila Prabhupada hat ein solches Axiom (unverrückbarer Grundsatz) niemals in seinen Büchern gelehrt, noch hat er sich selbst an solch eine Lehre gehalten, im Gegenteil, er tat viele Dinge die nicht traditionell waren ( wie das weitergeben des Gayatri Mantra über eine Magnetband-Aufzeichnung, ein Ritvik System einrichten, etc.).

Um überhaupt dieses „Tradition“ Argument vernünftig abzuhandeln bedarf es zunächst einer vergleichenden Studie was genau für ein Einweihungssystem alle anderen vorangegangenen Welt Acaryas, welche direkt nach dem Goldenen Avatar (Lord Caitanya) in vorangegangenen Kali-yugas ( eine der vedischen Epochen ) während des kurzen mini goldenen Zeitalters erschienenen sind - kurz vor ihrem Verscheiden - für ihre Missionen einrichteten.
Jedoch haben wir noch nicht einmal soviel Information um solch eine Studie überhaupt beginnen zu können.


„Nein. Tradition, Religion, dies ist alles materiell. Dies sind auch einfach nur Bezeichnungen.“ (Srila Prabhupada, Besprechung, 13. März, 1975)

„Unsere einzige Tradition ist Vishnu zu erfreuen. Tradition ist zeitweilig. Du lebst deine Tradition, er lebt seine Tradition. Dies ist etwas anderes. Aber die Tatsache bleibt eine Tatsache. Das hängt nicht von Tradition ab. Tradition können wir hinzufügen. „Wir glauben.“
Genauso wie wenn jemand sagt, „Wir glauben.“ Was ist der Nutzen einer solchen Aussage. „Wir glauben“? Du magst an etwas glauben das keine Tatsache ist.“
(Srila Prabhupada, Besprechung, 13. Februar 1975)
30th-Jul-2006 08:34 pm - Nrsimha-Kavaca-Stotra
(aus dem Brahmanda Purana)
1) Ich werde nun den Nrsimha-kavaca vortragen, der einst von Prahlada Maharaja gesprochen wurde. Dies ist eine äußerst spirituelle Tätigkeit. Durch den Nrsimha-kavaca werden sämtliche Hindernisse überwunden, und er spendet allen Schutz.
2) Er gewährt einem jeden Reichtum und erhebt einen auf die himmlischen Planeten oder bewirkt Befreiung. Es wird nun über Sri Nrsimha meditiert, den Herrn des Universums, der auf einem goldenen Thron sitzt.
3) Sein Mund ist weit geöffnet, Er besitzt drei Augen, und Er ist strahlend wie der Herbstmond. Er wird von Laksmidevi umarmt, die zu Seiner Linken sitzt, und Seine Gestalt ist der Behältnis allen Reichtums - sowohl von materieller als auch
von spiritueller Natur.
4) Der Herr besitzt vier Arme, und Seine Gliedmaßen sind sehr geschmeidig. Er ist mit goldenen Ohrringen geschmückt. Seine Brust ist glänzend wie die Lotusblume, und Seine Arme sind mit juwelenbesetzten Ornamenten geschmückt.
5) Er ist in ein makelloses gelbes Gewand gekleidet das geschmolzenem Gold gleicht. Jenseits der weltlichen Sphäre ist Er der Ursprung der großen Halbgötter, die von Indra regiert werden. Seine Erscheinung wird von flammenden Rubinen
geschmückt.
6) Seine Füße sind wunderschön und Er ist mit verschiedenen Waffen wie Muschelhorn und Chakra ausgestattet. Garuda erweist Ihm in großer Verehrung seine freudvollen Gebete.
7) Wenn man Sri Nrsimha auf dem Lotus des eigenen Herzens hat Platz nehmen lassen, rezitiert man den folgenden Mantra: Möge Sri Nrsimha, der alle Planetensysteme beschützt, mein Haupt beschützen.
8) Obwohl der Herr alldurchdringend ist, hat Er sich in einer Säule verborgen. Möge Er mein Reden und die Resultate meiner Handlungen beschützen. Möge Sri Nrsimha, dessen Augen die Sonne und das Feuer sind, meine Augen beschützen.
9) Möge Sri Nrsimha Deva, der an den Gebeten gefallen findet, die Ihm von den größten der Heiligen dargebracht werden, meine Erinnerung beschützen. Er, der die Nase eines Löwen besitzt, beschütze meine Nase, und möge Er, dessen
Gesicht der Glücksgöttin sehr lieb ist, meinen Mund beschützen.
10) Möge Sri Nrsimha, der der Kenner aller Wissenschaften ist, meinen Geschmackssinn beschützen. Möge Er, dessen Gesicht schön wie der Vollmond ist und dem Prahlâda Maharaja seine Gebete darbringt, mein Gesicht beschützen.
11) Möge Sri Nrsimha Deva meinen Hals beschützen. Er ist der Bewahrer der Erde und der Ausführende grenzenlos wunderbarer Tätigkeiten. Möge Er meine Schultern beschützen. Seine Arme sind mit transzendentalen Waffen
geschmückt. Möge Er meine Schultern beschützen.
12) Möge der Herr, der den Halbgöttern Segnungen erteilt, meine Hände beschützen, und möge Er mich von allen Seiten beschützen. Möge Er, der von den vollkommenen Yogis erreicht wird, mein Herz beschützen, und möge Sri Hari meine Wohnstätte beschützen.
13) Möge Er, der Brust und Bauch des großen Dämonen Hiranyakasipu aufgerissen hat, meine Taille beschützen, und möge Sri Nrsimha Deva meinen Nabel beschützen. Brahma, der Seinem Nabel entsprungen ist, bringt Ihm seine Gebete dar.
14) Möge Er, auf dessen Hüften alle Universen ruhen, meine Hüften beschützen. Möge der Herr meine Genitalien beschützen. Er ist der Kenner aller Mantras und aller Mysterien, aber Er selbst ist nicht sichtbar.
15) Möge Er, der der ursprüngliche Liebesgott ist, meine Schenkel beschützen. Möge Er, der in Menschengestalt erscheint, meine Knie beschützen. Möge der Vernichter der Plage der Erde, der in einer Gestalt halb Mensch und halb Löwe erscheint, meine Waden beschützen.
16) Möge der Spender des himmlischen Reichtums meine Füße beschützen. Er ist der höchste Kontrollierende in der vereinten Gestalt von Mensch und Löwe. Möge der tausendköpfige höchste Genießer meinen Körper von allen Seiten und auf jede Weise beschützen.
17) Möge diese grimmigste Persönlichkeit mich vom Osten her beschützen. Möge Er, der den größten Helden überlegen ist, mich vom Südosten beschützen, über den Agni den Vorsitz hat. Möge der höchste Vishnu mich vom Süden beschützen,
und möge diese Person von feurigem Glanze mich vom Südwesten her beschützen.
18) Möge der Herr aller Dinge mich vom Westen her beschützen. Seine Gesichter sind überall, daher möge Er mich bitte aus dieser Richtung beschützen. Möge Sri Nrsimha Deva mich vom Nordwesten her beschützen, der von Vayu regiert wird, und möge Er, dessen Gestalt der größe Schmuck ist, mich vom Norden her beschützen, wo Soma wohnt.
19) Möge der höchst glücksverheißende Herr, der alles Glück spendet, mich vom Nordosten beschützen, der Richtung des Sonnengottes, und möge Er, der der personifizierte Tod ist, mich vor der Angst vor Tod und wiederholter Geburt in dieser materiellen Welt beschützen.
20) Dieser Nrsimha-kavaca wurde von Prahlada Maharaja geschmückt, als er aus dessen Munde strömte. Ein Gottgeweihter, der ihn liest, wird von allen Sünden befreit.
21) Was immer jemand in dieser Welt begehrt, kann er zweifellos erreichen. Man kann Wohlstand, viele Nachkommen und ein langes Leben erhalten.
22) Wer Sieg begehrt, wird siegreich sein und wahrlich ein Eroberer werden. Er wehrt den Einfluss aller irdischen und himmlischen Planeten ab und alles, was sich dazwischen befindet.
23) Dies ist das höchste Heilmittel gegen die giftige Wirkung von Schlangen und Skorpionen, und die Geister der Brahma-raksasas und die Yaksas werden vertrieben.
24) Man kann sich dieses höchst glücksverheißende Gebet auf den Arm schreiben oder auf ein Palmblatt, das man sich um das Handgelenk bindet, und alle Tätigkeiten werden vollkommen sein.
25) Wer dieses Gebet regelmäßig chantet, sei es einmal oder dreimal täglich, wird sowohl unter den Halbgöttern als auch unter den Dämonen und Menschen siegreich sein.
26) Wer dieses Gebet reinen Herzens zweiunddreißigtausendmal rezitiert, erreicht das größte Glück allen Glücks, und dieser Mensch erkennt, dass materieller Genuss sowie Befreiung für ihn bereits greifbar sind.
27) Dieser Kavaca-mantra ist der König aller Mantras. Man erreicht durch ihn, was man an sonsten nur erreicht, wenn man sich mit Asche einreibt und alle anderen Mantras chantet.
28) Wenn man seinen Körper mit Tilaka zeichnet, Acamana-Wasser zu sich nimmt und diesen Mantra dreimal chantet, wird man feststellen, dass die Furcht vor allen unglücksverheißenden Planeten verschwunden ist.
29) Eine Person, die diesen Mantra rezitiert und dabei über Sri Nrsimha Deva meditiert, hat all ihre Krankheiten besiegt, einschließlich der Krankheiten des Bauchbereiches.
30) Sri Nrsimha Deva brüllt laut und bringt andere zum Brüllen. Mit seinen vielen Armen zerreißt Er die Dämonen und tötet sie auf diese Weise. Er ist fortwährend auf der Suche nach den dämonischen Nachkommen der Diti, sowohl auf diesem irdischen als auch auf den himmlischen Planeten, um diese zu peinigen, niederzuwerfen und zu zerschmettern. Er schreit in großem Zorn, während Er die Dämonen vernichtet und in alle Richtungen schleudert. Trotzdem erhält, beschützt und ernährt Er die kosmische Manifestation mit Seinen zahllosen Händen. Ich erweise dem Herrn, der die Gestalt eines transzendentalen Löwen
angenommen hat, meine achtungsvollen Ehrerbietungen. Hier endet der Nrsimha-kavaca, wie er von Prahlada Maharaja im Brahmanda Purana beschrieben wird.
von Krishnakant BTP editor, IRM
BACK TO PRABHUPADA

In unserem Artikel über Satsvarupa das (BTP 4) fassten wir zusammen, dass der großangelegte ISKCON Guru Schwindel für beide, den Guru und die bemitleidenswerten Schüler vernichtend ist, da sie ihr ganzes Leben damit vergeuden eine bedingte Seele zu verehren, anstatt den echten selbstverwirklichten Acarya, Srila Prabhupada.
Wie wir wissen ist Prithu Das - einer von ISKCONs achtzig durch Stimmzettel ins Amt gehobenen Guru Schwindlern - zurückgetreten in dem er aufhorchen ließ:

„Ich konnte für eine gute Zeit unsere spirituelle Prinzipien nicht mehr befolgen.“
(Abdankungsbrief, Prithu Das)

Gemäß Srila Prabhupada ist jemand der die regulierende Prinzipien des spirituellen Lebens nicht einzuhalten vermag nicht einmal auf menschlichem Niveau anzusiedeln:

„Das menschliche Leben ist für regulierende Prinzipien bestimmt. Daher bestehen wir darauf dass unsere Studenten regulierende Prinzipien einhalten um so ein wirklich menschliches Leben zu erlangen. Keine regulierende Prinzipien bedeutet tierisches Leben.“
(Srila Prabhupada, Room Conversation, 11.Juni 1974)

Allein die Tatsache dass jemand sich jahrelang als Saksad-hari, „so gut wie Gott“, in dem Glauben verehren lässt, dass er noch nicht einmal auf der menschlichen Plattform handelt, sagt bereits alles über die verkommene Heuchelei des auf Irrwegen gelandeten Guru-Systems der ISKCON.

Es wird auch augenscheinlich, dass für Prithu die Beichte seines unter menschlichen Niveau liegenden Status – ob dennoch sich als aktuelle Verbindung zu einer unfehlbaren Nachfolge von Mahabhagavatas (höchstrangige Geweihte) zu positionieren - auf keine Weise in der Absicht begründet war, seinen Schülern zu deren Vorteil die Wahrheit zu sagen.

Wie Prithu weiter in seinem Brief zum Besten gibt:

„Ich durchlief eine Phase massiver Depressionen und mein Gemütszustand war und ist eigentlich noch immer ein Alptraum intensiver Traurigkeit, völliger Hoffungslosigkeit verbunden mit Gefühlen des Alleinseins und der Hilflosigkeit. (…) Um meine Situation zu verbessern ist es für mich klar, dass ich zuerst einmal zu mir selbst ehrlich sein muss und überhaupt zu euch allen.
Des weiteren muss ich meinen Dienst als initiierender Guru aufkündigen und die Führung meiner Schüler in dieser Funktion beenden.“
(Abdankungsbrief Prithu Das)

Ungefähr so wie Satsvarupa seine unerlaubte Affäre erst dann eingestand nachdem er im Internet überführt worden war, genauso ist Prithu nur deshalb zurückgetreten weil er sich zutiefst unglücklich fühlte. „Es ist mir eigentlich völlig egal wo meine Schüler in ihrem nächsten Leben landen“, ( siehe BTP 6 auf Seite 10, Bestimmungsorte falscher gurus und deren Schüler) - Prithus Hauptanliegen bestand einfach nur darin sich selbst „eine angenehmere Nische“ zu beschaffen, damit er sich nicht mehr so hundselend fühlt.

Es scheint Prithu also - genauso wie vielen anderen Guru Schwindlern auf keine Weise in den Sinn zu kommen, was für einen gewaltigen Schaden sie bei den in die Irre geführten Opfern verursacht haben.
Man wundert sich vielmehr was das für feine Herrschaften sind die ohne jegliche Gewissensbisse jahrelang andere mit solcher Entschlossenheit und Nachdrücklichkeit betrügen ohne dabei an etwas anderes als an ihr eigenes persönliches Wohlbefinden zu denken.

Wir bekommen einen kleinen Hinweis über dieses Prachtexemplar von einem Menschen von jemanden der ihn wohl kaum besser kannte - seine ehrenwerte Frau Gemahlin, Rambhoru Devi Dasi.(Man sollte bei Folgendem verstehen, dass das Leben in einem indischen Ashram für Menschen aus dem Westen von vornherein mit großen Entbehrungen verbunden ist.)

„Bei zahlreichen Zwischenfällen wurde ich mit unserem jüngsten Sohn von ansässigen Brijbasis in Vrindavan belästigt und tätlich angegriffen als wir allein und ohne einen beschützenden Ehemann unterwegs waren. Mein Ehemann wusste all dies aber er hat sich nie darum gekümmert uns vor diesen Gefahren zu beschützen, indem er bei uns anwesend gewesen wäre. Er trachtete immer nur nach einem komfortablen Leben auf dem Tempel Anwesen. (…) Des öfteren bat er mich wie eine „richtige vedische Frau“, ihn mit einem Pfauenfächer Luft zu zufächeln und ihm anspruchsvolle Arotik darzubringen. Wenn ich mich dann weigerte verhielt er sich so als hätte ich ein schweres Vergehen begannen. (…)
Als ich nach Vrindavan zurück kam musste ich feststellen dass mein Mann unseren Sohn, Nila, seinen Schülern in Obhut gegeben hatte und diesen aufgetragen hatte ihn zu schlagen und in ein Zimmer einzusperren, sollte er nicht gehorchen. Sie taten dies einige Male. Bevor Nila das letzte Mal von der Gurukula wegrannte - Prithu selbst hatte sich gewalttätig an ihm vergriffen und zurück in die Schule geschickt, fühlte er sich zutiefst von seinem eigenen Vater im Stich gelassen und ungeliebt. (…) Für viele Jahre wurden wir von der ISKCON nicht versorgt während mein Ehemann alles bekam. Seine Schüler bezahlten die Flugtickets über die ganze Welt, er schlief in den feinsten Unterkünften, konnte sich sein Essen immer aussuchen, verbrachte Monate und Monate in den besten Erholungsorten der Welt um sich von „Krankheiten“ zu erholen, gab über 10,000 Dollar aus um sich Goldzähne machen zu lassen oder verweilte einfach irgendwo um angeblich ein Buch zu schreiben welches nach 12 Jahren immer noch nicht fertig ist.“
(Brief von Rambhoru Devi Dasi, Frau von Prithu)

Prithu hat keinen dieser speziellen Vorwürfe in seinem Antwortschreiben zu diesem Brief bestritten, sondern vielmehr zugegeben, dass er sich nachlässig und verwerflich benommen habe und so können wir annehmen dass Rambhoru Devi Dasi mit der Wahrheit ins Schwarze getroffen hatte.

Es mag erscheinen dass die unautorisierte Verehrung eine bedingte Seele dermaßen im Geiste verwirrt, dass daraus eine potentielle Gefahr für jeden im gesamten Umfeld entsteht.
Prithu hat Srila Prabhupda verwerflich behandelt indem er ihm seine rechtmäßigen Schüler weg nahm.
Er hat ferner seine Schüler verwerflich behandelt indem er sie von der Verehrung die ausschließlich für Srila Prabhupada bestimmt ist, abgelenkt hat.
Er hat ferner seine eigene Frau und Kinder verwerflich behandelt und verabsäumt sie zu beschützen und sie stattdessen Gefahren ausgesetzt und nach Aussagen seiner Frau hat er sich selbst auch verwerflich behandelt. Was für ein Alptraum.
Nachdem all dies veröffentlicht worden war, hätte man nun eigentlich annehmen können Prithu sei etwas gescheiter, schlauer geworden?

BACK TO PRABHUPADA Herausgeber, Sudama Das hat ihm kürzlich per E-Mail folgende Frage gestellt:

Sudama: „Was hältst du von der Idee dem IRM beizutreten und uns dabei zu helfen Srila Prabhupada wieder als den Diksa-Guru für ISKCON zurück zu platzieren, anstatt damit fortzufahren deine Gottbrüder eine Lüge leben zu lassen?"

Prithu: "Gut gemeint, Sudama, ich mag euch wirklich von ganzen Herzen gern, aber von diesem Konzept bin ich einfach nicht überzeugt.
Auch unterstütze ich nicht mehr dass man ein so hohes Profil einnimmt wie Srila Prabhupada und halte jetzt alles einfach. Sehr einfach.
Dass jedoch die Schüler von Srila Prabhupada nicht einweihen sollten (vorausgesetzt sie haben die Qualifikation) kann ich nicht glauben und so denke ich dass wir uns da nicht einigen können."

(Prithu, e-mail exchange)

Ob der Unsinns Guru nun «einfache» oder anspruchsvolle Verehrung verlangt ist natürlich irrelevant.
Er sollte aufgrund von Srila Prabhupada überhaupt keine Verehrung annehmen.
So ist es wohl eindeutig dass Prithu überhaupt nichts gelernt hat und glücklich und zufrieden für die nächste Zukunft den großangelegten Guru Schwindel weiterhin lauthals verkünden wird. Auf diese Weise wird er sicherstellen, dass der spirituelle Missbrauch an ahnungslosen Menschen unvermindert weiter geht.
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